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Archiv für Mai, 2007

Gleiche Chancen ?

30. Mai 2007 1 Kommentar

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Schon gesehen ? Unter dem Titel «Nicht alle sind Gleich» macht sich M. Gimes im TagiMagi Nr. 21/ 2007 Gedanken zu den Aufnahmeprüfungen an Gymnasien (dasmagazin.ch/index.php/kommentar:_Nicht_alle_sind_Gleich). Und kommt zum Schluss, dass sie weder sozial noch liberal sind.

Seiner gescheiten Analyse ist eigentlich nichts beizufügen.
Höchstens dies: Gerade im Kanton Zürich sind sich Soziale und Liberale erstaunlicherweise seit je her einig: Wenn es um das (ja zugegebenermassen meist) berechtigte Anliegen geht, die Staatsschule zu schützen, reicht man sich über alle Parteigrenzen und Animositäten hinaus entschlossen die Hand. Denn der Feind ist ein gemeinsamer: Die sogenannt «privaten» Schulen. Auch wenn diese Schulen gerade mal konstante fünf Prozent Schüleranteil nachweisen.
Nur: Kein Monopolist, auch kein staatlicher, kann alle Bedürfnisse der Bevölkerung abdecken. Das geht bei den Liberalen konstant vergessen. Und nicht alle «privaten» Schulen sind nur für Reiche. Das blenden die Sozialen aus.
Solch unheilige Allianzen machen vor allem eine Sorte von nichtstaatlichen Schulen zu Verlierern: Diejenigen, die gemeinnützig arbeiten, für alle Kreise der Bevölkerung offen stehen und sich mit innovativen pädagogischen Ansätzen als Entwicklungslabors für die Staatsschulen verstehen.
Noch mehr aber verliert das gesamte Bildungswesen: Statt die Erfahrungen dieser alternativen Schulen zum Wohle aller Kinder zu nutzen, verdrängt man sie.

Philosophie / Pädagogik / Psychologie – das dritte Schwerpunktfach

22. Mai 2007 1 Kommentar

ppplehrplangerda2.jpg«Wieso braucht der Mensch ein Schönheitsideal ?» «Kann man Kriege vermeiden ?» «Schicksal, Zufall, gibt es das?» Diese und noch viel mehr Fragen von Schülerinnen und Schülern bilden den Ausgangspunkt für spannende Stunden in diesem neuen Fach. Es heisst ganz kurz «PPP». Themen wie «Entwicklung», «Das Schöne», «Sein und Zeit» sollen dort behandelt werden. Ein kleines Sozialpraktikum ist ebenso vorgesehen wie ein philosophisch-pädagogisch-psychologisches Wochenende. Erteilt wird das Fach von drei Lehrpersonen gemeinsam, je einer aus jeder der drei Fachrichtungen.

Der Haken an der Geschichte ? Die ganze Sache kommt erst für die Schüler/innen, die im August 2008 ins Gymnasium Unterstrass eintreten (Promotion 140 !). Sie können dann nach dem ersten Jahr wählen, ob sie Musik, BG oder PPP zum Schwerpunktfach machen. Wobei in Unterstrass natürlich weiterhin niemand um die Chorkonzert herumkommt. Und alle in den letzten zwei Jahren musische und gestalterische Ergänzungskurse belegen können.

Aber warum erst ab Sommer 2008 ? Weil die Bildungsdirektion und die Maturitätskommission das Ganze noch bewilligen müssen. Aber immerhin: Heute gingen die letzten Unterlagen zur Prüfung Richtung Mittelschulamt.

Ich danke den 3. und 4.Klässler/innen, die bei der Entwicklung mitgedacht haben; und ich danke S. Marcec, S. Binder, M. Stickelberger und S. Bosshard vom Kollegium für den grossen Einsatz bei der Ausarbeitung. Und H.M. Hüppi für kritisches Gegenlesen und viele wichtige Impulse und Verbesserungen.

Jürg Schoch

Porrentruy – «Sie haben etwas verpasst»

16. Mai 2007 Keine Kommentare

Kurz vor den Frühlingsferien fuhr das «Fähnlein der fünf Aufrechten» nach Porrentruy, um sich über die gross angekündigte Eigenproduktion «Fairy Queen» des Lycée Cantonale schlau zu machen.Was wir gesehen und gehört haben -so meint der Schreiber- übertraf alle Erwartungen:

Musik, Geang, Theater, Tanz, Bühnenbild, Gesamtkonzept, Oper, Show….alles auf höchstem Niveau. Chor verbunden mit schlauer Choreographie und eine ungeheure Präsenz aller Beteiligten mussten zu einem beglückenden Erlebnis für das Publikum werden.

Die Erfolgsfaktoren waren folgende:

  • Zusammenarbeit von professionellen Sängern, Musikern, Tänzer mit  Schülerinnen und Lehrpersonen.
  •  Regie, Choreographie, Bühnenbild und musikalische Leitung liegen ebenfalls inprofessionellen Händen.
  • Der Chor ist freiwillig. Die  Chorleute mussten die Frühlingsferien opfern und vierzehn Tage lang jeden Tag proben.
  • Es gibt ein Schwerpunktfach Theater, in welchem die Szenen (z.b. Handwerkerszene aus Midsummer Night’s Dream- von Schülerinnen fantastisch gespielt) erarbeitet und ausgefeilt werden.
  • Ein optimaler Raum (ehemalige Jesuitenkirche, die zur Schule gehört), in dem gespielt werden kann.
  • Ein Gesamtkonzept, das von allen getragen wird.
  • Ein Budget von über Fr. 300’000.-
  • Nicht nur eine Schule sondern eine ganze Region, die hinter so einem Grossprojekt steht.

Wie gesagt- atemlos, eindrucksvoll, schlau, erotisch und gekonnt das Ganze-

Das nächste Mal müssen Sie, liebe Schülerinnen und Schüler, unbedingt mitkommen; denn Sie haben etwas verpasst.

Ein Blick auf die Bühne. Bitte auf Link klicken.

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Vor siebzig Jahren…

15. Mai 2007 6 Kommentare

begann die Arbeit an den Wandbildern in der Eingangshalle, wo heute der Tagesanfang stattfindet. Die Idee dazu stammte vom damaligen Direktor Konrad Zeller. Er wünschte sich ein heiteres Bild zum Thema „Spiel“ und ein ernstes zum Thema „Arbeit“. Beides sei für eine Schule wichtig. Jedes der Themen erinnerte ihn auch an ein biblisches Gleichnis: Das heitere Spiel an die ernste Mahnung: „Du musst dich entscheiden!“ Die ernste Arbeit ans erleichternde: „Es liegt nicht nur an dir.“

david_muellerDer Maler, der mit D.M. signiert hat, war David Müller (1887-1967). Als drittes von vierzehn Kindern in Bischofzell (Thurgau) aufgewachsen, ursprünglich als Textilzeichner und später als Bildhauer ausgebildet, geriet er in die Wirtschaftskrise der dreissiger Jahre. Schliesslich fand er eine Teilzeitstelle als Reparaturhandwerker in der heutigen Epilepsieklinik in Zürich. Daneben malte er und schuf auch Holzschnitzereien. Sein Honorar für die Wandbilder war bescheiden: Für die Zeit seiner Arbeit erhielt er Unterkunft und Verpflegung in Unterstrass.

Dem Projekt von Direktor Zeller begegnete er anfangs mit Bedenken: Die Halle erschien ihm für zwei Bilder zu eng. Er entschloss sich dann zu einer farblich ganz zurückhaltenden Gestaltung: Die Bilder wirken, als ob ein leichter Nebel darüber läge, der sich erst auflöst, wenn man länger hinblickt. Sie sind sorgfältig ausgewogen: Nach langem Überlegen (so sein Bericht) platzierte Müller in der Lücke zwischen der untersten Bubengruppe und der Mädchengruppe drüber einen Ball und kam nach Rücksprache mit einem Kollegen drauf, der müsse dreifarbig sein. — Am engsten verwandt sind Müllers Werke mit denen von Otto Meyer-Amden, mit dem ihn auch sonst vieles verbindet. Ein ausführlicher Bericht über beide Wandbilder und ihren Schöpfer findet sich im Seminarblatt 152 von 1983.

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Tipps für chinesische Schüler/innen

10. Mai 2007 2 Kommentare

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Unsere Französischlehrerin Monique Karrer berichtet in ihrem gestrigen Newsletter von den neuesten Erfahrungen im chinesischen Bildungswesen:

«Ich hoffe, dass auch bei euch das neue Quartal gut angefangen hat, und dass ihr alle den Mai geniessen koennt.

Darf ich euch noch diesen Tipp weitergeben, den die Englisch-Schulbuchautoren den chinesischen SchuelerInnen geben?
“Teachers in foreign countries, and also teachers coming to China, often tell jokes and have fun in the classroom. Some Asian students get confused and think that the teacher is perhaps not a very good teacher. However, foreign teachers do such things to keep the classroom lively. They believe that students learn better and more in a classroom environment that is lively and cheerful.”
Da die SchuelerInnen nicht verwoehnt sind, bringe auch ich es problemlos fertig, sie zum Lachen zu bringen, und wenn es nur damit ist, dass ich ihnen meine Chinesischkenntnisse vorfuehre …»

Ganz offensichtlich sind auch methodisch-didaktische Axiome kulturell geprägt. Gleiches gilt natürlich für die Architektur, wie das wunderschöne Bild von Pingyao (UNESCO-Weltkulturerbe) zeigt.

Jürg Schoch

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Keep da sheep! How?

img_0104sh.jpgLiebe Leser/rinnen,

nachdem Monique Karrer ihr Bild aus dem kommunistischen China prasentiert hat, ist mir dieses Bild in den Sinn gekommen. Heutzutage ist, rein statistisch gesehen, jeder fünfte Mensch den wir antreffen, ein Chinese! Im Verhältnis eins zu fünf.
In Schottland (einst das Land mit den meisten übergewichtigen Jugendlichen) ist das Verhältnis Schaf zu Mensch noch extremer! In den Highlands finden sich auf jeden Bewohner 50 Schafe! Klar, werden die einen klagen – da gibt’s auch nur 500’000 Einwohner.
Vergleichen wir mal dieses Bild mit den Chinesen. Während unsere asiatischen Freunde eng gepfercht morgens um sechs im Industriegebiet turnen, hängens diese Wollträger gemütlich auf der Au. Was für ein Unterschied!

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