Gleiche Chancen ?
Schon gesehen ? Unter dem Titel «Nicht alle sind Gleich» macht sich M. Gimes im TagiMagi Nr. 21/ 2007 Gedanken zu den Aufnahmeprüfungen an Gymnasien (dasmagazin.ch/index.php/kommentar:_Nicht_alle_sind_Gleich). Und kommt zum Schluss, dass sie weder sozial noch liberal sind.
Seiner gescheiten Analyse ist eigentlich nichts beizufügen.
Höchstens dies: Gerade im Kanton Zürich sind sich Soziale und Liberale erstaunlicherweise seit je her einig: Wenn es um das (ja zugegebenermassen meist) berechtigte Anliegen geht, die Staatsschule zu schützen, reicht man sich über alle Parteigrenzen und Animositäten hinaus entschlossen die Hand. Denn der Feind ist ein gemeinsamer: Die sogenannt «privaten» Schulen. Auch wenn diese Schulen gerade mal konstante fünf Prozent Schüleranteil nachweisen.
Nur: Kein Monopolist, auch kein staatlicher, kann alle Bedürfnisse der Bevölkerung abdecken. Das geht bei den Liberalen konstant vergessen. Und nicht alle «privaten» Schulen sind nur für Reiche. Das blenden die Sozialen aus.
Solch unheilige Allianzen machen vor allem eine Sorte von nichtstaatlichen Schulen zu Verlierern: Diejenigen, die gemeinnützig arbeiten, für alle Kreise der Bevölkerung offen stehen und sich mit innovativen pädagogischen Ansätzen als Entwicklungslabors für die Staatsschulen verstehen.
Noch mehr aber verliert das gesamte Bildungswesen: Statt die Erfahrungen dieser alternativen Schulen zum Wohle aller Kinder zu nutzen, verdrängt man sie.