Das Untersträssler Sünneli…
…gibt es seit 1990. Damals schrieb der Vorstand einen Wettbewerb für ein neues Signet aus. Gewinner wurde der Illustrator Daniel Lienhard, ein Ehemaliger der 103. Promotion. Er entwarf den Briefkopf, den wir heute kennen.
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Bei der Gestaltung lehnte er sich an eine ältere Darstellung an, die zwischen 1940 und 1990 auf den Titelseiten der Jahresberichte stand. Der Lehrer für bildnerisches Gestalten, Konrad Grimmer, hatte sie während einer Studienwoche in Genf gesehen und gezeichnet.
Das war am Anfang des zweiten Weltkriegs; deswegen wohl sprachen ihn die kriegerischen Elemente an: Vom Zentrum gehen neben den gewellten Sonnenstrahlen auch Schwerter aus. Die Buchstaben in der Mitte muss man als griechische Schriftzeichen lesen, iota-eta-sigma, lateinisch „Jẽs“, also „Jesus“. Dass eine Abkürzung vorliegt, erweist die Tilde, der Schlenker über dem Vokal. (Gelegentlich begegnet man auch den griechischen P und X, chi und rho, zusammen „Chr“, als Wortanfang von „Christus“.) „Jesus ist uns Sonne und Schild“, sollten Bild und Abkürzung sagen. Einen verlässlichen Schild konnte man 1940 brauchen.
Wir Heutigen können nicht mehr auf Schwerter vertrauen und finden auch die Vorgeschichte des Signets nicht tröstlich. Nach dem Bericht des Kirchenvaters Eusebius von Cäsarea habe das Heer des römischen Kaisers Konstantin auf dem Weg zur Schlacht dieses Zeichen vor der Sonne gesehen. Eine Stimme sei erklungen: „in hoc signo vinces“ – „mit diesem Zeichen wirst du siegen“. Fortan habe es der Kaiser als Labarum, als Feldzeichen, gebraucht und damit seinen Gegner geschlagen.
Dass der gekreuzigte Jude Jesus dem römischen Kaiser in seinen Schlachten beigestanden habe, darf man bezweifeln. Und so ist es ganz gut, dass Daniel Lienhard das Zeichen beschnitten und zu dem gemacht hat, was es heute ist: Das Untersträssler Sünneli.