Vokuhila

2001-07-31-hb1.jpegLetzthin lief ich abends wieder einmal im Zürcher Hauptbahnhof an der Treffpunktsäule vorbei und musste neben einem angewidertem Gesichtszug auch mein nach unten fallendes Kinn nach oben korrigieren.
Was sich da für Menschen herumdrückten! Vorwiegend 15 – 16-jährige, den Alcopop in der einen, den MP3-Player in der anderen Hand, versuchten, mit der anscheinend bekannten Person nebenan Konversation zu führen. Natürlich geht das mit Earphones im Ohr und der laufenden House-Musik nur schwer und ist – nebenbei – auch sehr unhöflich. Aber da der Gesprächspartner elektrotechnisch sehr ähnlich vorgeht, scheint das beide nicht zu stören.
Der Hauptfaktor jedoch, wieso ich angewiderte Gesichtszüge auf mir trug und beim Passieren des Treffpunkts auch noch an einem schweren Kotzkrampf arbeitete, war die die Frisur, mit welcher jeder zweite an dem eben besagten Ort auftrat: Vorne kurz, hinten lang. Und als ob das alleine für Aussenstehende keine visuelle Vergewaltigung wäre, färbten sich die mit dem Vokuhila-Virus infizierten Personen ihre Haarpracht auch noch neonfarben ein. Quietschgelb, giftgrün oder feuerrot; passend dazu trugen die männlich anmutenden Angehörigen dieser Art auch noch leggins-ähnliche Hosen. So ist es verständlicherweise für die Umwelt immer schwieriger, dieser Artgemeinschaft zugehörigen Wesen einem Geschlecht zuzuordnen.
Ich an meiner Stelle brauche jetzt erstmal einen Beruhigungstee und Kamille-Beutel auf meinen Augen. Hoffentlich hat das bald ein Ende…
Thierry Seiler