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Archiv für 28. Februar 2008

Wenn Mathe zum Problem wird.

28. Februar 2008 11 Kommentare

numbers.jpgZugegeben, ich hege schon seit der ersten Primarklasse eine aktive und nicht all zu kleine Antipathie gegenüber der Mathematik, habe gegenüber Zahlen eine für Männer untypische, sehr traurige, hasserfüllte Beziehung und kann auch Finanzen schlecht managen. Zwölf Schuljahre im Kampf gegen Venn-Diagramme, Gleichungen, Funktionen – und als dann auch noch Zahlen und Buchstaben gemischt wurden, war das Ende meiner mathematikwissenschaftlichen Karriere langsam aber sicher in Sicht. Nicht, dass mich das in irgendeiner Weise gestört hätte, im Gegenteil. Nur, was ich in der Primarschule schon mit Tränen in den Augen sagte, gebe ich auch noch heute von mir: „Wieso, um Himmels willen, lernen wir das?!“
Meinetwegen, in der Primarschule und der Sek mag das eine etwas unberechtigte Frage sein, aber in einem musischen Gymnasium gebe ich dieser einen immer wichtigeren Stellenwert. Wieso sollen wir Zahlenreihen erkennen? Was bringt mir im späteren Leben die Kenntnis von jeglichen Funktionen in einem Koordinatensystem? Um meinen Kindern (sofern ich welche haben werde) Angst einzujagen? „Jäh so, lug min Sohn, das isch e Logarithmusfunktion! Ou und da, e Asymptote!“ – der wird heulend davonrennen. Kommt noch hinzu, dass ich jegliche Arten von Funktionsberechnungen und Spezialfunktionen sowieso nach jeder Prüfung wieder vergesse – weil‘s mich schlicht und einfach keinen Blassen interessiert und nie mehr brauche. Airolo – Göschenen; links rein, rechts raus. Wenn ich später voraussichtlich in einem journalistischen, oder sicherlich einem nicht-mathematischen Beruf arbeite, werde ich die – ich sage mal – hohe Mathematik, welche wir im Gymnasium lernen, nie, aber wirklich nie mehr brauchen. Wieso kann in der Schweiz der Stundenplan nicht individuell angepasst werden? Die hohe wöchentliche Stundenanzahl kann meinetwegen bleiben, so würde ich Mathe, Physik und Chemie durch Klavierstunden, Geographie und Biologie ersetzen. Fächer, die in meinen Augen dem Allgemeinwissen nur gut tun würden; Klavier wollte ich neben Sax und Klarinette schon immer einmal lernen – nur habe ich dazu keine Zeit. Ganz Frech an der Sache: gerade Geographie und Biologie enden nach der dritten Klasse, nur Mathe bleibt weiterhin wie ein Ladenhüter im Stundenplan erhalten. Liebe Mathelehrer und Pädagogen, Sie sind herzlich zum Kontern eingeladen.
Thierry Seiler, 137b
Bild: google.ch – mountcope.wordpress.com

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