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Archiv für März, 2008

Gymnastik: Was mitnehmen? // Chemie: Prüfungssupport

29. März 2008 1 Kommentar

Gymnastik
Nochmals kurz zusammengefasst, was wir für die nächste Lektion mitnehmen müssen. Bitte bei Fehlern/Ergänzungen melden!

- Schreibfeder und Brief
- Jogginschuhe/-kleider (Dario, Paul, Liv)
- Wecker
- Tablar, Besteck, Teller, Glässer, Schwarze Hose und weisses Hemd für Kellner-Szene
- evt. Pijama für 1. Szene
- Alle in der Kaffeeszene involvierten Frauen: je eine Sonnebrille, ein schwarzes Kleid,Strümpfe
und hohe Schuhe
- Gartenwerkzeug (evt. von Hugo)
- Picknickdecke
- Kamera
- Boxen und jemand, der auch das Lied auf seinem iPod/Mp3-Player hat

Chemie
Um sich angenehm auf die folgende Chemiprüfung vorbereiten zu können:
hier eine alte Chemieprüfung mit Gesamtumfang. Ich werde mich bemühen noch eine zweite, leserlichere aufzutreiben, aber für den Moment sollte sie reichen.
Seite 1
Seite 2
Seite 3

Schönes Wochenende
Lee

Väter aus den 50ern

29. März 2008 1 Kommentar

aelterepropertydefault.gifTom hat mit seinem Vater nach dessen Scheidung nicht mehr viel zu tun, Lisa konnte schon von Geburt an nie viel mit ihrem Daddy anfangen und der Heinrich bekommt zwar reichlich Kohle von seinem Erzeuger, dafür sieht er ihn höchstens zweimonatlich.

Fragt sich der oder die kombinierende Leser/-in natürlich, was diese drei Jugendliche gemeinsam haben. Und die Antwort findet sich schnell: Allen gemeinsam ist eine etwas gestörte Vater-Kind-Beziehung.
Dass Jugendliche in der Pubertät Probleme mit den Eltern verursachen (oder umgekehrt), erstaunt wohl wenige und erzeugt dementsprechend wenig Aha!-Effekte. Schliesslich bewegen sich viele Pubertierende dermassen weit weg von Logik und schaurig nah an Drogen und Grenzerfahrungen, dass man als Eltern seine Kinder in diesem Alter wohl am liebsten im Zimmer einsperren würde.
Doch seit einiger Zeit fällt mir, den Freundeskreis betrachtend, auf: mit zunehmendem Erwachsenenalter wird‘s bei vielen Jugendlichen nicht besser. Viele sind von ihrem Vater enttäuscht, haben ihm gegenüber eine sehr distanzierte Haltung und wollen unter Umständen auch nichts von ihm wissen. Meistens geht diesen Fällen eine Scheidungs-Geschichte voraus, wo es nicht selten zu regelrechten Schlammschlachten gekommen ist.
Mysteriös: viele dieser Väter wurden in den Fünfzigerjahren geboren, sind also heute so um die fünfzig. Und: die schwierigsten sind solche, welche sich nach (oder schon vor) der Scheidung voll und ganz ihrer Karriere widmeten, sich zeitbedingt nicht gross mit ihren Kindern beschäftigten, das grosse Geld rochen und nun in grossem Rahmen darin schwimmen.
In den Fünfzigerjahren geboren? Waren das nicht die Zeiten, wo durch Technik alles auf einmal vermeintlich Machbar wurde, die Globalisierung seinen Lauf nahm und dem wirtschaftlichen Aufschwung kein Weltkrieg mehr im Weg stand? Die Wohlstandsgesellschaft, so steht‘s im Deutschbuch. Geld, Luxus und Erhabenheit bekamen einen anderen, höheren, Stellenwert, und es scheint fast so, als hätten zwischenmenschliche Beziehungen, Gefühle und der soziale Einsatz an Wert verloren. Hat die 50er-Generation versagt? Wurden ihnen falsche, oder zumindest schräge, materialbezogene Verhaltensweisen vermittelt? Oder hängt das gar nicht mit dem Geburtsjahr zusammen? Sind alle 50-jährigen Papis so?
Wie in einem Artikel der NZZ am Sonntag erläutert wird, seien 50-jährige Väter oder Männer besonders unberechenbar, fast als würden sie eine zweite Pubertät durchstehen. So sagen sich viele: “Dieses Leben kann es ja nicht sein!”, lassen sich daraufhin (wenn nicht schon vorher passiert) von ihrer Frau scheiden, schnappen sich eine Frau aus dem Sektor 24 bis 34-jährig und beginnen ein neues Leben. Ohne Rücksicht auf Kinder und Frau. Denn gerade die Frau hätten, so NZZ am Sonntag, im Alter von 50 Jahren weit weniger “Wert auf dem Single-Markt”, der Mann könne sich durch unsere gesellschaftliche Regeln viel besser bei jüngeren Frauen profilieren. Dass dabei natürlich Geld eine nicht zu kleine Rolle spielt, sei hier nur am Rande erwähnt.

Ob es an unserer Zeit liegt, dass viele (50-Jährige) Papis nicht wahnsinnig viel am – im klassischen Sinne – Familienleben beitragen oder ob es einfach in der Biologie des Mannes liegt: Ich weiss es nicht. Nur ein bisschen traurig ist die Sache schon. Vielleicht hatten Die Ärzte recht: Männer sind Schweine. Obwohl ich nicht sicher bin, ob ich das als Mann von mir geben darf…

Thierry Seiler

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Suchtmittel in Unterstrass?

27. März 2008 4 Kommentare

by old Hüppi

Thierry Seiler hat die Frage aufgeworfen, ob Walter Eichenberger, der Erstbesteiger der Untersträssler Westwand, etwa high gewesen sei. Damit ist nichts weniger angesprochen als die Frage nach Suchtmitteln in Unterstrass. Sie muss differenziert beantwortet werden. Während meiner Zeit als Schulleiter habe ich einen Schüler, der einen Joint rauchte, sofort entlassen. Er hat es mir nicht übel genommen. Er hatte einfach keine Lust mehr auf Schule und wusste, dass ich entschlossen reagieren würde.

Noch strengere Gebräuche galten zu der Zeit, wo ich selber Schüler war: Zum Frühstück für die, welche in Unterstrass wohnten (die so genannten „Internen“) nur Butter oder Konfitüre. Beides zusammen galt als Exzess, als Völlerei, was einen in die Hölle bringen würde. Na ja: vielleicht – aber man konnte es nicht wissen. Nur vor grossen Examen, Zwischenprüfung oder Matur, gab es Butter und Konfitüre – eine Art Henkersmahlzeit.

Etwas anders verhielt es sich mit dem Rauchen. Der langjährige Direktor Konrad Zeller war Zigarren nicht abgeneigt. Vor der alljährlichen Versammlung des Trägervereins (der heute noch „Seminarverein“ heisst) gab es immer ein Mittagessen, zu dem auch die Schüler eingeladen waren (die Schülerinnen mussten servieren – so war das halt!). Nach der Mahlzeit wurde eine Zigarrenkiste herumgereicht, und Lehrer, Schüler und Vereinsmitglieder pafften einträchtig. Keine Zigarren für die Schülerinnen. Sie mussten das Geschirr waschen.

Die Strafe für die Männer: Mehr als einer ist so zum Raucher geworden. Bei Walter Eichenberger fiel mir auf, dass er immer am Schluss der Stunde ein Gaba oder Fishermen’s in den Mund steckte. Wir beobachteten das natürlich und fanden es komisch, dachten aber nichts dabei. Erst später, als wir Kollegen wurden, kam ich auf des Rätsels Lösung: Er hatte sich so das Rauchen abgewöhnt: Gaba war sein Zigarettenersatz.

Wie Herr Vogel eigentlich vom Rauchen losgekommen ist, weiss ich nicht. Fragen Sie ihn! Oder probieren Sie es mit Gaba!

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Die Erstbesteigung der Unterstrass-Westwand

25. März 2008 10 Kommentare

by old Hüppi

Zu den alpinistischen Grosstaten des 20. Jahrhunderts gehört unzweifelhaft die Erstbezwingung der Unterstrass-Westwand durch Walter Eichenberger (66. Promotion). Dass diese hervorragende Leistung bisher nicht ausreichend gewürdigt wurde, mag mit einem gewissen Unverständnis der damaligen Schulleitung, aber auch mit Eichenbergers persönlicher Bescheidenheit zusammenhängen. Beides hat dazu geführt, dass sich manche historischen Details nicht mehr erhellen lassen, so etwa die Frage, ob Eichenberger von seinem Klassenkameraden Hans Bosshard, dem Grossvater von Simon Bosshard, begleitet worden ist, oder ob er den Aufstieg allein gewagt hat.

Fest steht jedenfalls die Route. Sie führte vom heute stillgelegten Portal auf der Seite der Rötelstrasse auf den Balkon im ersten Stock (letzte Gelegenheit für ein Biwak), dann an der Aussenwand des Lehrerzimmers empor und weiter über die Aussenwand des Gruppenzimmers im dritten Stock. Erst dort, nach einem kräftezehrenden Wegstück also, folgte die Schlüsselstelle (alpinistischer Schwierigkeitsgrad VII): die überhängende Dachrinne. Von da an wurde die Route wieder etwas einfacher. Den letzten Teil – vom Giebel aufs Türmli – kennt der Berichterstatter aus eigener Erfahrung. Eine gewisse Vorsicht ist auch da noch angebracht.

Über die technischen Details wollte Eichenberger – dem Berichterstatter freundschaftlich verbunden – sich nie äussern. Er war im Kanton Uri aufgewachsen, bergerfahren und suchte in Zürich neue Herausforderungen. Ein Freeclimber – soviel steht fest – war er nicht. Ob er unterwegs Bohrhaken gesetzt hat – ein gewisses Missbehagen seitens der Schulleitung könnte das vermuten lassen – wissen wir nicht. Möglich auch, dass er mit einer Seilsicherung vom Türmli aus, vielleicht unterstützt von Sherpa Bosshard, gearbeitet hat.

Seither sind über siebzig Jahre vergangen. Die alpinistischen Techniken haben sich verändert, und eine Wiederholung von Eichenbergers Exploit würde sich kaum lohnen. Er selber ist später Lehrer und Hauptlehrer in Unterstrass geworden und hat auch den Verfasser dieser Zeilen unterrichtet.

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Dr. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP empfiehlt:

21. März 2008 3 Kommentare

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Damit das Osterfest nicht unbesinnlich, unchristlich, ungewürdigt, unbemerkt und eierlos über die Bühne geht, bietet sich hier exklusiv die perfekte Möglichkeit, eine gemeinsame Form des Feierns zu finden:

Wer kennt das nicht? Man wird im jungen frischen Alter konfirmiert, gefirmt oder hare krishnisiert und vergisst dann auch bald die schönen, tiefgründig überlegten und so wertvollen Worte des Pfarrers oder ähnlichem.

Wie auch der Wein im Keller mit der Zeit nur besser wird, sollte die mitgegebenen spirituellen Sprüche keineswegs von gestern sein. Ein Appell an die evangelische Schule Unterstrass: Staubt eure Psalmen ab, erinnert euch an die schallenden Worte des Pfarrers, besinnt euch in diesen Tagen – in jedem euch bestimmten Satz steckt mindestens ein Funke Wahrheit. Stellt euch euren Ängsten und lasst eurer Neugierde freien Lauf. Hier bietet sich ab diesem Moment eine Plattform für all eure persönlichen Bibelsprüche, deren Analyse sich Dr. phil. Fachpsychologin für Psychotherapie FSP von Herzen gerne annimmt.

Mit dieser guten Tat hoffe ich nun viele Herzen erreichen und Gemüter erfreuen zu können.

Besinnliche Ostertage und nur das Beste

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Dieses Logo ist nicht logisch.

18. März 2008 3 Kommentare

swisscom.jpgEin misslungenes Schweizerkreuz, ein Blasebalg, Segeltuch, Andeutungen von Brüsten oder eine verkehrte Birne?
In das neue Logo von Swisscom lässt sich schwer etwas logisches, gegenständliches reininterpretieren – dementsprechend ist auch die Verwirrung bei der Bevölkerung. Wieso hat sich Swisscom von seinem alten, einfachen, aber nahezu jedem bekannten Logo verabschiedet und durch ein derart hässliches Gebilde ersetzt? Was früher ein seriöses, dafür vertrauensvolles Telekommunikations-Unternehmen war, soll heute plötzlich hip und trendy sein? Zumindest machen die neuen „Wir sind da für Sie“-Werbesprüche, welche überall in der Stadt plakatiert sind, einen solchen Eindruck. Der Banner „Liebe Kunstfreunde, wir sind dada für Sie“ ist genau so nervig wie „Lieber Bilingue, wir sommes da pour Sie“. Dämlich, gesucht, unwitzig. Nur eines haben die Werbefachmänner der Swisscom erreicht. Das A des AIDA-Prinzips: Attention. Immerhin schreibe ich nun darüber. Aber das ist auch schon alles. Vielleicht muss man sich auch daran gewöhnen. Jedoch ist der Sinn eines Logos vor allem, einfach und verständlich zu sein. Es sollte die Tätigkeit oder Philosophie einer Firma verbildlichen – und auf einen Blick erkennbar sein, wie ein Piktogramm. Und das sehe ich irgendwie bei Swisscom nicht. Thierry Seiler

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Aussergewöhnlicher Liederabend

17. März 2008 2 Kommentare

Von einem Gymnasium mit musischem Profil erhofft man sich, dass es gelingen möge, hin und wieder auch grosse Talente zu fördern, so wie in Unterstrass etwa den Organisten Andreas Jost, die Tenöre Kurt Huber und Christian Jenny oder im sportlichen Bereich die Skateboard-Weltmeisterin Noemi Reichel. Die Begegnung mit solchen jungen Menschen ist für die Schulgemeinschaft ein Glück und eine Herausforderung. Es geht darum, ein Talent zu erkennen, zu fördern und zu fordern, sich daran freuen und gleichzeitig einem jungen Menschen offen zu lassen, ob er selber seine Begabung weiter entwickeln oder ganz andere Wege gehen will.
Der Liederabend von Marius Wolfensberger (136. Pr.) – ein Teil seiner Maturarbeit – regte zu solchen Überlegungen an. Der junge Sänger gestaltete, begleitet von Alex Gertsch, Lieder aus Schuberts Opus 25, dem Zyklus „Die schöne Müllerin“. Schuberts Kompositionen stellen höchste Anforderungen, und Marius Wolfensberger wurde ihnen gerecht. Er verfügt über eine Tenorstimme mit lyrischem Schmelz, aber gleichzeitig von männlicher Kraft und weiss beides differenziert einzusetzen. Einen ganzen Liederabend allein durchzustehen ist eine grosse Herausforderung. Auch ihr wurde der junge Sänger gerecht. Unterstützt wurde er von Alex Gertsch, der dem Boston-Flügel alle musikalischen Farben zu entlocken wusste. Bewundernswürdig, wie mit dem ersten Akkord die Stimmung des jeweiligen Stücks vollkommen da war. Wie Marius Wolfensberger sein Talent weiterentwickeln will, wissen wir nicht. Aber dass er mit seinem Begleiter zusammen allen Zuhörerinnen und Zuhörern einen glücklichen Abend geschenkt hat, ist sicher. Hans-Martin Hüppi

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Alles Gute, This!

14. März 2008 3 Kommentare

Der Weg ist ihm einfach zu anstrengend geworden. Von Bubikon im öffentlichen Verkehr, mit starker Brille, Stock und einigen Behinderungen nach Zürich zu fahren – Matthias «This» Widmer hat sich durchgerungen, die Mitarbeit in unserer Küchekuchenchefs.jpg zu beenden.

Fast zehn Jahre lang war er bei uns. Fröhlich, kommunikativ, freundlich. Hat in der Küche Karotten geschält, am Mittag die warmen Teller gereicht und ab und zu den Pöstler ins Sekretariat gespielt. Das war übrigens sein Traumberuf, der immer ein Traum blieb (siehe: http://www.this-priis.ch/this-priis/brieftraegertraum1.php).

In der Behindertenwerkstatt, vor zwölf Jahren, hatte es ihm regelrecht ausgehängt. Sein Bruder fragte bei uns an. Küchenchef Max Oswald (auf dem Bild links) sagte spontan zu und nahm ihn für einen, später zwei Tage in sein Küchenteam auf. Nachfolger Peter Ryser war angetan von der Idee, und so konnte Matthias am Montag und Dienstag seinen Kollegen jeweils verkünden: «Ich gang uf Züri, ich han en Job.» Es war für uns wunderbar, ihn da zu haben. Für seine Familie war es der Anstoss dazu, nun regelmässig einen Preis auszuschreiben für Betriebe, die Behinderte in ihren Arbeitsprozess integrieren (www.this-priis.ch).

Jetzt will This es etwas ruhiger nehmen. Ein halbes Jahr hat er es sich reiflich überlegt. Aber es wurde für ihn immer klarer, dass die Reiserei für ihn zu anstrengend ist. Heute haben wir ihn bei Kaffee und Kuchen offiziell verabschiedet. «Seine» Küchenchefs waren da, «seine» Mitarbeiter Fetah und Pradhan, Herr Vogel, Frau Koller, Frau Lutz, seine beiden Brüder und Mentoren. Wir haben ihm eine Verdienst-Urkunde überreicht. «Die hänge ich auf», sagte er sofort.

Merci vielmals, Matthias – für alle tollen Begegnungen, für deine Fröhlichkeit und Offenheit, für die schönen gemeinsamen Jahre. Und von Herzen alles Gute.

Jürg Schoch

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Sorry, Herr Vogel!

13. März 2008 7 Kommentare

by old Hüppi

Man sagt es ja nicht gern, aber es ist einfach so: Das Biozimmer war ein Schlafsaal. Und zwar für die dritte Klasse. Die Männer natürlich nur. Wenn nun also Thomas und Thierry und Philippe gelegentlich…
Aber ich will genauer sein. Früher ging man nicht nur in Unterstrass zur Schule, man wohnte auch da. Im sogenannten Internat. Jedenfalls die, die nicht aus Zürich selber kamen. S-Bahnen gab es ja noch nicht. Im ersten Stock war Schule, im zweiten in jeder Ecke in Schlafsaal und in jedem zwischen zwölf und achtzehn junge Männer. Die Ausdünstungen ganz beträchtlich, vor allem, wenn es Winter war und die Fenster nicht weit offen. Das hockt dann in allen Ritzen. Haben Sie nie beachtet, dass es in der Bio manchmal etwas sonderbar riecht? Voilà. Verstehen Sie? Und wenn nun, wie gesagt, Thomas und Thierry und Philippe ein wenig dösen sollten – alles klar: Untersträssler Schlafvergasung! Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass Herr Vogel aus heiterem Himmel plötzlich ganz laut redet. Der weiss da eben Bescheid.
Übrigens: Im Chemielabor war der Waschraum. Und ein zweiter dort, wo heute Aufenthaltsräume sind. Und auch dort – noch nie gemerkt? – riecht es manchmal sonderbar. Sehen Sie: Jetzt wissen Sie, wieso.

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Das waren noch Zeiten!

12. März 2008 9 Kommentare

by old Hüppi

Im Durchgang, wo heute der Kaffeeautomat steht, war früher das Meitlizimmer. Ja, ja, Sie haben recht gehört. Das Meitlizimmer. Es waren spartanische Zeiten. Turnhallegarderoben gab es nicht, Mann zog sich im Klassenzimmer fürs Turnen um, es stank, und die Meitli flüchteten dann eben ins Meitlizimmer. Sie turnten nicht mit den Männern, sondern hatten Löliturnen, so genannt nach Fräulein Loele, die eine überaus tüchtige Frau war, aber mit einem, sagen wir einmal, etwas verführerischen Namen. Viele Meitli waren es ja nicht, höchstens sechs pro Klasse. Dieser numerus clausus war keine Untersträssler Erfindung, sondern vom Staat vorgeschrieben. Meitli auszubilden lohne sich nicht, war die Begründung. Die heirateten ja bloss. Natürlich haben wir Männer auch geheiratet, aber das war offenbar etwas anderes. Manchmal bin ich doch froh, dass wir im Jahre 2008 leben und es kein Meitlizimmer mehr gibt.

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