Bénis Grossvater und Urgrossvater, seine Tante, sein Onkel und sein Cousin waren Untersträssler. Ihn beschwerte das nicht; er blieb in seiner freundlichen und gelassenen Art ganz er selber. Nach der Ausbildung zum Gymnasiallehrer half er als hoch geschätzter Mitarbeiter bei der Krisenintervention Riesbach jungen Menschen aus ihren Schwierigkeiten. Sein Bild findet sich dort auf der Homepage. Am 25. Juni ist er während einer Operation an einem Herzstillstand gestorben.
Archiv für den Monat Juni 2008
Der barmherzige Sa…tan
Trotz aller Toleranz stellt sich mir als religionskritischen Menschen immer wieder die Frage nach dem Sinn hinter den hintereinandergestellten Buchstabenreihen. Ausnahmsweise widme ich aber nicht einige Gedanke an die Folgerschaft von Jesus, sondern möchte das Handeln des höchsten Wesens direkt anzweifeln.
IHM werden durchwegs positive Eigenschaften zugewiesen. ER soll barmherzig, geduldig, gnädig und gütig sein. Nach dem durchlesen seiner Trilogie (Teil drei folgt ja noch) würde ich IHN aber eher rachsüchtig, opfergeil und ungerecht beschreiben.
Angeregt durch ein Gedankenspiel machte ich mich dann darauf herauszufinden, wie BÖSE Gott ist. Da es auch hier keinen Parameter gibt, entschied ich mich IHN mit seinem grössten Wiedersacher zu vergleichen. Satan ist wohl sein bekanntester Name, andere bekannte sind auch Luzifer, Beelzebub, Diabolus und Mephistopheles. Aber zurück zum Thema…
Als Vergleichsmaterial wurde die Bibel konsultiert und gezählt wurden alle begangenen Morde. Dabei wurden nur die genannten, bezifferten Tatbestände gezählt und auf die Dreieinigkeit geachtet. Jesus und der Heilige Geist wurden systematisch ausgeklammert.
So sollte gewährleistet werden, dass wir ein möglichst präzises Ergebnis bekommen. Die Arbeit an meiner “wissenschaflichen” Text ging zuerst schnell von der Hand. Nach allen tausenden Seiten hatte ich [hoffentlich] alle Opfer auf der Seite des gefallenen Engels gezählt. Es waren 10 Stück.
Doch schnell stellte sich heraus, dass ich bei Jehova ein Problem hatte. Nicht nur, dass meine Finger nach einigen Abschnitten schon nicht mehr reichten, sondern auch, dass einige Fälle nicht genau beziffert sind. Bestes Beispiel ist dafür die Sintflut.
Um meine Faulheit zu umgehen und alle Fakten zu sammeln machte ich mich auf, den Hort des Unwissens zu durchforsten und wurde fündig. Auf einem Blog hatte bereits jemand sich mit dieser Fragestellung beschäftigt. Und nun zu seinem Ergebnis:
Zählt man alle Bezifferten, kommt man auf die Anzahl von Zweimillionenachtundreissigtausenddreihundertvierundvierzig!

Der Autor belässt es aber nicht bei dieser Zahl, sondern rechnet in einem seiner folgenden Beiträgen weiter, trotz vehementer Kritik von Seiten Gläubiger. Er verbindet die restlichen, Gott zuschreibaren Opfer mit Schätzungen. So nimmt er zum Beispiel für die Sintflut die Erdbevölkerung von 2’400 vor Christus, was weiteren 30 Millionen entspricht.
Schlussendlich steht es dann geschätzte 33’000’000 zu mageren 10. Über solch ein Resultat hätten sich die Deutschen heute wahrscheinlich mehr gefreut als über das 3:2.
Wer mal selber nachprüfen will, kann es hier nachlesen. Es gibt noch andere spannende Themen, in denen er z.B. die Gewaltsrate vom Koran und der Bibel miteinander vergleicht. Hier gewinnt klar der Koran mit einer dreifach so hohen Prozentrate. Das aber ein Grossteil der Menschheit einem der beiden so von Gewalt durchzogenem Büchern folgt, löst in mir persönlich ein gewisses Bedenken aus.
Festzuhalten bleibt, dass ein friedliches zusammenleben aller Religionen mit der Goldenen Regel (Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu) erstrebenswert ist und stehts eine Abwägung seiner Handlung zuvor erfolgen sollte. Man sieht also…auch Gott ist nicht perfekt =)
Lee
Hosen!
Bis ins 20. Jahrhundert hinein trugen die kleinen Buben Röcklein – das Windelnwechseln war einfacher. Mir hatte die Grossmutter Strumpfhosen gestrickt. Zu Schulbeginn bekam ich die ersten richtigen Hosen von einer Knabenschneiderin. Schon das Wort war mir unheimlich und Fräulein Sturzenegger mit ihrem Buckel ebenfalls. Sie kam zu uns, sah Mutters Röcke durch und zerschnitt die ältesten. Das gab kurze Hosen für den Sommer (mit denen ging ich barfuss) und ein Paar knielange für den Winter (mit Kniestrümpfen dazu). Lange Hosen gab es erst nach der Konfirmation. Sie mussten vom Herrenschneider Neuhaus gefertigt werden, der Stoff von Mutters alten Röcken reichte dazu nicht mehr. Mutter trug keine Hosen, die Damenschneiderin brachte keine fertig, und vor Herrn Neuhaus’ Augen den Rock auszuziehen und zu probieren ging nicht. Dabei fror sie im Winter doch immer so an die Beine!
Nach dem Krieg wurde alles anders. Es gab mehr Geld, es gab Konfektionsgeschäfte. Meine Kollegen trugen schon vor der Konfirmation lange Hosen. Durfte man das? Mutter beschloss, Pfarrer Graber zu fragen. Er war für den Fortschritt, und so bekam ich schon vor der Konf lange Hosen! Wow!
Frauen hatten es schwerer. Die Lehrerinnen an der „Städtischen Töchterschule“ auf der Promenade durften nicht heiraten. Sonst wurden sie entlassen. Hosen kamen nicht in Frage. In Unterstrass waren sie auf dem Schulweg erlaubt, aber die Meitli mussten sich für den Unterricht im Meitlizimmer umziehen, dort, wo jetzt der Kaffeeautomat steht. Erst in den sechziger Jahren fiel das „Hosenverbot“ im Unterricht. Der damalige Direktor Werner Kramer ist kürzlich für seinen Einsatz zugunsten der Minderheiten ausgezeichnet worden. Nicht direkt wegen der Hosen, aber immerhin.
Und wie wird es weitergehen? Völlig klar: ein Buebezimmer und Tangas für die Männer!
Reinkarnation der Schülerorganisation
Das Gymnasium Unterstrass ist gut, keine Frage. Es gibt uns Perspektiven für die Zukunft, geht weitgehend auf die individuellen Bedürfnisse von uns Schülerinnen und Schüler ein und bemüht sich um eine hohe, qualitative und humane Bildung.
Trotzdem gibt es auch im Gymnasium Unterstrass Umstände, welche man aus der Sicht der Schülerschaft ändern muss. Da sich seit eins bis zwei Jahren allerdings keine Schülerorganisation mehr gebildet hat, können Bedürfnisse nur sehr schlecht von Schüler zu Lehrer (oder umgekehrt) geleitet werden. So endeten bis anhin Konflikte mit Lehrern schlussendlich in gegenseitigem Missverständnis und Hass ohne dass dieser offen zur Aussprache gekommen wäre. Solche Konflikte behindern konstruktives Arbeiten, und genau da will die neue Schülerorganisation ansetzen.
Diese soll als Kommunikations-Draht von Lehrer zu Schüler und umgekehrt fungieren. Probleme der Schülerschaft, eventuell hervorgerufen durch Lehrpersonen, sollen durch die Schülerorganisation an den Lehrkörper gebracht werden, ohne dass dieser eine(n) einzelne(n) Schüler(in), der/die das Thema zur Aussprache gebracht hat, bewusst oder unbewusst unvorteilhaft behandeln kann. Die Schülerorganisation vertritt also quasi anonym die Anliegen der Schüler, ist daher für einen Schulbetrieb von enormer Wichtigkeit und darf auch in unterstrass.edu nicht fehlen.
Dafür setzten wir uns (Thomas Lee und Thierry Seiler) nun ein.
Erster Punkt, der nun sofort geregelt werden muss:
Die Lehrerschaft hat beschlossen, dass alle Prüfungen, an denen man verhindert war, jeweils am Samstagmorgen nachholen muss.
Diese Regelung stösst bei den Schülern auf keinerlei Verständnis, da dadurch auch jene bestraft werden, die wirklich krank waren und sich jetzt müde samstags jeweils in die Schule schleppen.
Pro- und Kontrapunkte
Pro:
- Zahl der kranken an Prüfungstagen nahm merklich ab
- weniger Arbeit für Lehrer, da einheitliche Prüfungen geschrieben werden können
- sadistische angehauchte Lehrer können ihren Sadismus ausüben =)
Kontra:
- Samstagmorgen ist auch ohne Freitagsausgang ein gänzlich schlechtes Datum.
- Aus einem Grund (auch Erholung genannt) haben wir ein Wochenende
- Lange Verschiebung der Prüfung und dann z.T. lernen für mehrere Prüfungen
- bestraft vor allem die wirklich kranken
Um das Thema in der SO zu behandeln, hoffen wir, dass ihr schon ein paar konstruktive Vorschläge bringt. Es soll eine akzeptable Lösung für beide Seiten erreicht werden.
Lee&Seiler
Der Autoverkäufer
Letzthin entwickele sich bei uns in der Familie die für unser Verhältnis äusserst grüne Idee, unseren nicht gerade vor ökologischen Vorteilen triefenden Chrysler Grand Voyager zu verkaufen um dafür ein kleineres, wendigeres, sparsameres und daher günstigeres Auto anzuschaffen.
Also gingen wir letztes Wochenende zu einem Autohändler der französischen Firma Renault um uns ein eben solches Auto anzusehen und Probe zu fahren. Leider verstand sich meine Mutter mit dem Verkäufer von Anhieb an nicht gerade phantastisch, aber, hey, wer nimmt es ihr übel? Schliesslich wollen Verkäufer in erster Priorität – und das sagt ja schon ihre Bezeichnung aus – verkaufen. Und wer verkaufen will, muss aufdringlich sein, das Produkt aufs äusserste loben, anpreisen und zu guter letzt zu einem Kaufvertrag kommen. Dieser Auftrag verleiht den Verkäufern automatisch eine solche Aura um sie herum, dass man irgendwie das Gefühl nicht wegbringt, über‘s Ohr gehauen zu werden. Und dieser Argwohn brachte meine Mutter auch gerade am Anfang, als der Verkäufer schon zu seinen seit Jahren einstudierten Werbesätzen griff, unumwunden zum Ausdruck: „Nur damit das klar ist, ich lasse mich übrigens nicht über‘s Ohr hauen“. Darauf reagierte der Verkäufer verständlicherweise beleidigt und antwortete resigniert, er finde das abschätzig und es sei nicht nett von ihr, so zu urteilen.
Nachdem das gröbste an negativer Stimmung sich wieder verflüchtigte (der Verkäufer will ja verkaufen) schauten wir uns das Fahrzeug, einen Renault Scénic, akribisch genau an. Vor allem interessierten uns natürlich der Verbrauch, respektive die Anzahl Gramm ausgeschiedener CO2-Emissionen pro Kilometer. Als wir – nach langem Studieren der Datentabelle seitens des Verkäufers – sahen, dass diese nicht wirklich atemberaubend niedrig waren (eher im Gegenteil) und sich meine Mutter dem gegenüber kritisch äusserte, reagierte der Verkäufer mit dem extrem überzeugenden und grausam in den Kontext passenden Sätzchen: „Aber schauen Sie, Frau Seiler, wir verkaufen ja auch noch Emotionen.“ Hmm, gut, würde der liebe Herr uns einen Oldtimer, einen Aston Martin oder meinetwegen einen Lamborghini verkaufen, könnte man dieses Argument noch halbwegs berücksichtigen, aber bei einem Renault mit Plastikapplikationen so weit das Auge reicht?
Liebe Verkäufer, gebt euch zumindest ein bisschen Mühe beim Verkaufen und lernt die Datentabelle und Schalter im Auto auswendig. Immerhin, dem Verkäufer zusehen und seine schlechte Rhetorik insgeheim zu belächeln, hat ziemlich Spass gemacht.
Thierry Seiler
Aus dem Fotoarchiv
Na wer haben wir den hier? Tipp gefällig? Die gesuchte Person…
- ist seit 1977 an unserem Gymnasium als Lehrer tätig
- leitet das Gymnasium
- spielt jeweils Montags Volleyball
Ja…es gäbe noch viel über unseren Doktor zu sagen, doch ich denke, spätestens bei seinem Lachen habt ihr ihn erkannt. Für das lebensgrosse Bild einfach auf die Miniatur drauf klicken.
An dieser Stelle ein Dankeschön an Herr Hüppi und eine Entschuldigung meinerseits für die Moderation seines Beitrages. Doch Herr Vogel war sozusagen allgegenwärtig =)
Hüppi (Bild) & Lee (Lückenfüller)