Archiv für 27. Juni 2009
Nicht nur Zwischenprüfungen stehen im Unterstrass an, nein auch – seht her, seht her – die Matura. Allerdings, so scheint es, wird der Matura einen weit geringeren Stellenwert zugewiesen als der Zwischenprüfung. Klar, Zweitklässler sind ja auch noch ein bisschen jünger, brauchen hie und da Betreuung beim freien Lernen und somit ist ein Konzept wie Lernbüro sicher nicht daneben gegriffen. Aber freie Räume zum Lernen hätten den Maturanden ganz gerne zur Verfügung gestellt werden dürfen, auch die eine oder andere Lehrperson hätte keineswegs geschadet – weder dem allgemeinen Materie-Verständnis noch dem Portemonnaie. Und so hat halt schon fast die Hälfte aller Schüler Nachhilfeunterricht besucht. Man kann es sich ja leisten.
Thierry Seiler
Nirgends im Gymnasium wird so intensiv gearbeitet wie im Instrumentalunterricht. Die Begegnungen und Auseinandersetzungen zwischen Lehrenden und Lernenden sind intensiver, als sie anderswo sein können. Die Wirkungen (das zeigen neurobiologische Studien von Lutz Jäncke und Gerhard Neuweiler) sind tief und nachhaltig. Im Schulalltag freuen wir uns immer wieder über Proben musikalischen Könnens. Das Zeugnis der musikalischen Reife, das „Maturstück“, zu hören war bisher den Experten vorbehalten.
Dank Eliane Cottier und Andreas Gohl ist das nun anders: Am 25 und 26. Juli haben die Maturandinnen und Maturanden (die einen in Unterstrass, die andern in der Kapelle des Theodosianums) unter ihrer Leitung gezeigt, was sie können – auf verschiedenen Stufen (bis zum Doctor Gradus ad Pernassum) mit bewundernswertem Einsatz. Immer wieder kam es vor, dass die Zuhörenden alles um sich her vergassen und zum Beispiel ein Nocturne von Chopin so erlebten, als begegne es ihnen zum ersten und einzigen Mal. Hoffen wir mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern, dass es ihnen auch an der Prüfung so gelinge!