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Dreigroschenoper: Fulminanter Höhepunkt

5. Dezember 2010 Keine Kommentare

Die „Dreigroschenoper“ von Brecht und Weill: Eine Inszenierung, die von Szene zu Szene an Schwung und Intensität gewann und zu einem fulminanten Höhepunkt und Schluss hinführte, ein Bühnenbild von ausgeklügelter Raffinesse, eine hinreissende Choreographie, musikalische Spitzenleistungen auf und neben der Bühne – ein Höhepunkt in der langen Theatertradition von Unterstrass. Für die Klassen der 139. Promotion, aber auch für Theaterpädagogin Andrea Bachmann, Birri, und das Team Gohl/Kreis/Marcec/Müller/Vuckovic ein voller Erfolg.

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Atelierstipendium für Nora Schmidt 129. Pr.

15. August 2010 Keine Kommentare

Nora Schmidt MA (HKB Bern), 129. Promotion, ist mit einem Atelierstipendium der Stadt Zürich ausgezeichnet worden und wird ein Jahr in New York arbeiten können. Wir gratulieren herzlich und sind stolz aus unsere ehemalige Untersträsslerin.

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Ein Höhepunkt des Zürifests

5. Juli 2010 Keine Kommentare

Einen geheimen Höhepunkt erreichte das Zürifest am Freitagabend, dem 2. Juli, in der Helferei. Eine kleine Schar geladener sachkundiger Gäste genoss eine Vorpremière besonderer Art. Olivia Kunz, Daniela Keller, Jolanda Graf, Michèle Arnaboldi und Ursula Zollinger, alles Schülerinnen der Klavierklasse von Andreas Gohl, gestalteten einen gemeinsamen Klavierabend, einen Satz aus Mozarts C-Dur-Konzert KV 414 und F-Dur-Sonate KV 332, eine Sonatine von Dussek, ein Intermezzo aus den Klavierstücken op. 118 von Brahms und die Papillons op. 2 von Schumann. Einen reizvollen Kontrapunkt in der Mitte des Abends bildeten vier Liebeslieder von Lehar, Mozart, Webber und Puccini, die Sarah Ritter vortrug. Was die jungen Frauen in vier Schuljahren, das heisst in etwa 120 Lektionen, musikalisch erreicht haben, spricht für ihren Fleiss und ihre Begabung wie für das pädagogische Können des Lehrers. Gebannt und beglückt hörte das Publikum zu und bedankte sich mit herzlichem Applaus und grosszügiger Kollekte.

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M:I:A:O

27. November 2009 Keine Kommentare

Sich suchen und meiden
Von Katze und Kater:
Die Jugend der beiden
Als Singtanztheater,
Geleitet mit Witz,
Verkörpert mit Charme
Durchzuckt wie der Blitz
Fuss, Kopf, Bein und Arm.

(Der Katzen-Mythos im obigen Sinn ist bei Shakespeare als bisher ungelöstes Anagramm In “What You Will” zu finden als Signatur im Brief der intriganten Zofe Maria an den verklemmten Haushofmeister Malvolio: MOAI löse ich auf als MIAO oder IO AMO.)
Lea Carl-Krüsi

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Die besten Menschen auf der Welt

22. November 2009 1 Kommentar

Die besten Menschen auf der Welt sind Frauen, Männer muss man erst beobachten, um ihren Charakter beurteilen zu können, und selbst nach ausdauernder Beobachtung ist Vorsicht die richtige Sicht auf die Dinge.
(Nora Gomringer in „Norman Bates‘ Schwester“. NZZ 21. November 2009)

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M:I:A:U

6. Oktober 2009 Keine Kommentare

Folgendes Video vermittelt einen Vorgeschmack der Aufführungen vom 12.-15. November. Viel Vergnügen!

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Maturstücke

27. Juni 2009 Keine Kommentare

Nirgends im Gymnasium wird so intensiv gearbeitet wie im Instrumentalunterricht. Die Begegnungen und Auseinandersetzungen zwischen Lehrenden und Lernenden sind intensiver, als sie anderswo sein können. Die Wirkungen (das zeigen neurobiologische Studien von Lutz Jäncke und Gerhard Neuweiler) sind tief und nachhaltig. Im Schulalltag freuen wir uns immer wieder über Proben musikalischen Könnens. Das Zeugnis der musikalischen Reife, das „Maturstück“, zu hören war bisher den Experten vorbehalten.
Dank Eliane Cottier und Andreas Gohl ist das nun anders: Am 25 und 26. Juli haben die Maturandinnen und Maturanden (die einen in Unterstrass, die andern in der Kapelle des Theodosianums) unter ihrer Leitung gezeigt, was sie können – auf verschiedenen Stufen (bis zum Doctor Gradus ad Pernassum) mit bewundernswertem Einsatz. Immer wieder kam es vor, dass die Zuhörenden alles um sich her vergassen und zum Beispiel ein Nocturne von Chopin so erlebten, als begegne es ihnen zum ersten und einzigen Mal. Hoffen wir mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern, dass es ihnen auch an der Prüfung so gelinge!

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Dieses tiefe, geheimnißvolle Tosen

21. Juni 2009 Keine Kommentare

„O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt’ger Aufenthalt!
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft’ge Welt,
Schlag noch einmal die Bogen
Um mich, du grünes Zelt!“
Joseph von Eichendorff: Aus „Abschied“ (1810)

„Aber vor Allem anziehend war für das Heidi an solchen Windtagen das Wogen und Rauschen in den drei alten Tannen hinter der Hütte. Da mußte es immer von Zeit zu Zeit hinlaufen von allem Andern weg, was es auch sein mochte, denn so schön und wunderbar war gar Nichts wie dieses tiefe, geheimnißvolle Tosen in den Wipfeln da droben; da stand Heidi unten und lauschte hinauf und konnte niemals genug bekommen zu sehen und zu hören, wie das wehte und wogte und rauschte in den Bäumen mit großer Macht.“
Johanna Spyri: Aus „Heidi’s Lehr- und Wanderjahre.“ (1880)

Rund 40 Jahre liegen zwischen den Geburtsdaten der beiden Schriftsteller. Spyri könnte Eichendorffs Tochter sein. Die Gemeinsamkeiten sind auffällig. Schwieriger zu beantworten, ist die Frage: Wo liegen die Unterschiede?

Beide Texte zeigen den Gegensatz von Stadt und Land. Die Autoren empfinden die Landschaft und den Wald mit den rauschenden Bäumen als heilvollen und wahren Ort für den Menschen. Die Bäume lehren die Menschen das „rechte Tun und Lieben.“ Sowohl Heidi auf der Alp wie auch das lyrische Ich in Eichendorffs Gedicht sind mit dem innersten Herzen der Natur verbunden. Die Stadt, die Kultur ist die „Fremde“. „Drinnen im Studierzimmer“ lässt Spyri Heidi sämtliche Schulsachen zu Boden werfen und sie dem vermeintlichen Rauschen der Tannen folgen. Damit erklärt Spyri den Unterricht des Herrn Candidaten der Natur weit untergeordnet. Die Studierstube in Frankfurt ist eng und beschränkt im Gegensatz zur Weite der Natur. Auch Eichendorff ist überzeugt, dass der Wald die Menschen das Richtige lehrt.
Während Eichendorff die Welt als „betrogen“ bezeichnet, ist es bei Spyri – wenn wir die ganze Geschichte kennen – der Alp-Öhi, der die Dorfbewohner verlogen nennt und sie meidet. Die Welt bei Eichendorff saust in Geschäftigkeit, und das Leben auf der Alp kann mit dem Tempo der Industrialisierung ebenfalls nicht Schritt halten. Mit der Eisenbahn bringt Dete Heidi nach Frankfurt.
Sowohl Eichendorff wie auch Spyri sehen in der Natur etwas Religiöses: Bei Eichendorff werde ich an Bilder von Caspar David Friedrich erinnert. Der Mensch findet Andacht und Auferstehung in der unberührten Natur. Für Spyri ist das Tannenrauschen wunderbar, tief und geheimnisvoll.
Wenn man das Gedicht mit der ganzen Geschichte vergleicht, so merkt man, dass beide Autoren dafür einstehen, die beiden Pole Stadt und Land, Natur und Kultur, Erfahrung und Bildung zu vereinen. In der ersten Strophe beschreibt Eichendorff die Welt als betrogen und geschäftig. In der vierten Strophe zeigt er sich der Welt gegenüber offener: die Gassen der Stadt sind bunt und bewegt, das Leben dort bleibt jedoch ein vereinsamendes Schauspiel.
Auch in der Geschichte von Heidi möchte man die Idylle der Alp zunächst nicht verlassen, und merkt erst später, welchen Gewinn Heidi für sich und die anderen Menschen erreicht.
Ein einseitiges Verharren in der Natur würde höchstens zu altmodischer Schwärmerei führen.
Wenn man beides vereinen kann, bleibt man „im Herzen jung.“

Als deutscher Romantiker schreibt Eichendorff noch pathetischer und weniger konkret. Der Schritt, das Stadtleben voll zu begrüssen, gelingt in diesem Gedicht noch kaum.
Spyri hingegen vereint ihre klugen Gedanken mit feinsten Beobachtungen aus dem alltäglichen, schweizerischen Leben.

Anna-Magdalena Carl

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Belvoir

11. Juni 2009 Keine Kommentare

Es ist Mittagszeit. An uns rauschen elegant gekleidete Geschäftsleute vorbei, unter dem einen Arm die schwarze Aktentasche, unter dem anderen das Mittagessen, fein säuberlich verpackt vom Chinesen nebenan. Zeit ist Geld. Absätze klacken, Räder quietschen und irgendwo in der Ferne heulen Sirenen. Kein Bus und kein Tram führt an unser Ziel. Zu Fuss kämpfen wir uns weiter, queren eine riesige Betonkreuzung, doch gleich dahinter grünt es.
Durch ein weit geöffnetes Tor gelangen wir in eine grüne Oase. Ein paradiesischer Ort, so will uns scheinen.

Ein mit Kieselsteinen bedeckter Pfad führt die Besucher vorbei an den verschiedensten Gewächsen, jedes liebevoll zurechtgestutzt und gepflegt. Auf einem kleinen Hügel steht das Prachtstück des Gartens, eine wundeschöne Villa, genutzt von einer kleinen Hotelfachschule. Im unteren Teil des Parks, nahe einer tiefblauen Quelle, steht einer der ersten Mammutbäume der Schweiz. Er zeugt von den Geschehnissen in der Villa Belvoir noch bevor Weltkriege für möglich gehalten wurden. 1826 kaufte Heinrich Escher- Zollikofer das Grundstück, worauf er die Villa Belvoir zusammen mit der Parkanlage bauen liess. Sein Sohn Alfred erbte das Anwesen, auf dem er im Gegensatz zu seinem Vater, welcher im Garten oft tatkräftig mithalf, vor allem wohnte. Alfred Escher war damals einer der einflussreichsten Männer Zürichs, Mitbegründer der Kreditanstalt, der Rentenanstalt und sogar der ETH. Seine grösste Leistung war jedoch der Bau der Gotthardbahn. Aus der Ehe mit Auguste von Uebel ging die einzige Tochter Lydia hervor. Zu ihrer Geburt wurde der Mammutbaum im Jahre 1858 gepflanzt. Somit muss er einer der ältesten überhaupt in der Schweiz sein, denn erst im Jahre 1856 kamen diese Bäume nach Europa. Unglücklicherweise verlief ihr Leben nicht so makellos wie man beim Betrachten dieses üppigen Baumes denken könnte. Am Ende landete sie in der Irrenanstalt. Vor ihrem Tod vermachte sie die Villa mit dem Park und dem ganzen Vermögen der Gottfried-Keller-Stifung.

Offensichtlich trügt der paradiesische Schein dieses Ortes. Tragische Schickschale vollzogen sich in diesem wunderschönen Park in der Nähe des Zürichsees. Für mich ist es aber ein Naherholungsgebiet der Extraklasse. Nach dem Besuch stellten wir uns ausgeglichen und erholt dem Treiben der Stadt. Schön, konnte dieser grüne Fleck inmitten von Zürich erhalten bleiben.

Sarah Ritter

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Zur Erinnerung an Thomas Schweingruber, 108. Pr.

5. Juni 2009 Keine Kommentare

Der Abend wechselt langsam die Gewänder,
die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
ein himmelfahrendes und eins, das fällt;

und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt –

und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
dein Leben bang und riesenhaft und reifend,
so daß es, bald begrenzt und bald begreifend,
abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

In den Minuten vor der schweren Operation sei ihm dieses Gedicht eingefallen, so sagte mir Thomas vor einiger Zeit am Telefon. Er habe es im Deutschunterricht auswendig gelernt, aber wohl nur zum Teil verstanden. Nun, in dem schweren Augenblick, habe es ihm Zuversicht verliehen. Wir haben noch ein paar Male miteinander gesprochen. Immer spürte ich seinen tiefen Ernst und seine gelassene Zuversicht. Am Pfingstmontag, dem 1. Juni 2009, ist er an Krebs gestorben.

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