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Bei Lichte besehen

2. Juni 2009 Keine Kommentare

Bekanntlich kann man sich seine Freunde aussuchen, die Familie jedoch nicht. Trotzdem wächst man in der Regel bei den Eltern auf und hat sie zu lieben. Was Theodor Fontane von seinen Familienerlebnissen erzählt, liess mich über so mancher klischeebehaftete Aussage schmunzeln. Treffend und detailgetreu, aber nicht überspitzt schildert er die Zeit im Leben, in welcher ich mich momentan wiederfinde. Wo sind die Unterschiede zwischen der vom Erzähler geschilderten Kindheit nach „alter Schule“ und der meinigen?

Anfangs scheint die Familie zerrissen. Die Mutter muss sich in einer Nervenklinik erholen, und der Vater übernimmt die Verantwortung für den Sprössling. Fast naiv trifft er schwerwiegende Entscheidungen wie diejenige der Schulwahl: „Da diese Stadtschule die einzige ist, so ist sie auch die beste.“ Doch als die Mutter nach Hause kommt, revidiert sie seine leichtsinnige Entscheidung. Von nun an schreibt der Autor nicht mehr nur alleine aus eigener Erfahrung, sondern lässt auch die Figuren zu Wort kommen. Die Eltern sind nämlich nicht mehr nur die Erziehungsberechtigten, sondern auch seine Lehrer. Zwar ist der Vater Apotheker und keinesfalls Absolvent des Seminars Unterstrass, doch die von der Frau des Hauses hervorgerufene Notlage zwingt ihn in die entsprechende Rolle. Seitenlang berichtet der zu belehrende Sohn von seinen damaligen Erlebnissen. Ich staune, dass das funktioniert hat. Von meinem Vater lasse ich mich nicht belehren. Es ist nicht so, dass es sich hierbei um fehlenden Respekt handelt oder um eine pubertierende Revolte, nein, aber genauso wie mir ein täglicher Tapetenwechsel gut bekommt, schätze ich verschiedene Meinungen und Ansichten. Diejenigen meiner Eltern sind mir schliesslich schon seit bald zwanzig Jahren geläufig.

Im zweiten Teil des Textes springt der Erzähler vierzig Jahre in die Zukunft. Als nicht mehr ganz junger Mann besucht er seinen Vater noch einmal im Jahr. Im Sommer 1867 handelt es sich um einen ganz normalen, alljährlichen Besuch, jedoch auch um den letzten. Mit seiner Haushälterin wohnt der Senior in einem Haus „klein aber mein“ und verdient sich etwas mit „Steine ausbuddeln lassen“ dazu. Für mich ist „lassen“ ein typisches Wort zur Beschreibung des Vaters. Er hat sich immer schon als intelligenten Mann gesehen. Das ist er nicht wirklich, aber er hat ein gutes Händchen, konnte diese Unwahrheit überdecken und trotzdem seine Ziele zu erreichen. Auch Geld spielt dabei eine Rolle: „…wenn man was hat, dann soll man’s festhalten. Geld ist doch was, ist eine Macht.“ Gleichzeitig erscheint mir der Vater aber auch als herzensguter, genussfroher Mensch, zufrieden mit dem Verlauf seines Lebens und dem Erzählen der Geschichten von damals. Was mir besonders gut gefallen hat, ist folgende Äusserung des Vater über seine Haushälterin, Luise, welche er kurz zuvor als dumm bezeichnet hat: „…bei Lichte besehn, ist alles mal schrecklich, und es wäre ungerecht, wenn ich gerade von Luise den Ausnahmefall verlangen wollte“.

Zurück zu meiner Frage. Mein ursprüngliches Gefühl, unsere Kindheiten seien total verschieden, hat sich überhaupt nicht bestätigt. Im Nachhinein sehe ich viel liebevolle Wärme des Vaters Fontane, welche ich glücklicherweise heute auch erleben darf. Trotzdem ich es nicht befürworte, vom Vater unterrichtet zu werden, bewundere ich die zusätzliche, intensive Aufgabe, welche dieser Mann auf sich genommen hat, immer das Beste für den Sohn anstrebend.

Sarah Ritter

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Lethe

22. Mai 2009 Keine Kommentare

Jüngst im Traume sah ich auf den Fluten
Einen Nachen ohne Ruder ziehn,
Strom und Himmel stand in matten Gluten
Wie bei Tages Nahen oder Fliehn.

Sassen Knaben drin mit Lotoskränzen,
Mädchen beugten über Bord sich schlank,
Kreisend durch die Reihe sah ich glänzen
Eine Schale, draus ein jedes trank.

Jetzt erscholl ein Lied voll süsser Wehmut,
Das die Schar der Kranzgenossen sang -
Ich erkannte deines Nackens Demut,
Deine Stimme, die den Chor durchdrang.

In die Welle taucht ich. Bis zum Marke
Schaudert ich, wie seltsam kühl sie war.
Ich erreicht’ die leise ziehnde Barke,
Drängte mich in die geweihte Schar.

Und die Reihe war an dir zu trinken,
Und die volle Schale hobest du,
Sprachst zu mir mit trautem Augenwinken:
“Herz, ich trinke dir Vergessen zu!”

Dir entriss in trotzgem Liebesdrange
Ich die Schale, warf sie in die Flut,
Sie versank, und siehe, deine Wange
Färbte sich mit einem Schein von Blut.

Flehend küsst ich dich in wildem Harme,
Die den bleichen Mund mir willig bot,
Da zerrannst du lächelnd mir im Arme
Und ich wusst es wieder – du bist tot.

Conrad Ferdinand Meyer

Als ich das Gedicht von C.F. Meyer zum ersten Mal gelesen habe, bin ich darüber erschrocken, dass die Geliebte am Schluss einfach tot ist, das hätte ich nicht erwartet. Die Schar von Knaben und Mädchen, die da auf dem Strome treibt, kommt mir vor wie eine Verschwörung, und der Kelch, aus dem sie trinken, hat etwas Magisches an sich. Mir ist jedoch der Grund ihres Zusammenseins unklar. Teilen sie alle dasselbe Schicksal oder sind sie es, die das Mädchen in den Tod geleiten?

Die Tote weiss, wie sehr ihr Geliebter unter ihrem Sterben leidet, darum trinkt sie ihm Vergessen zu, um ihm das Leben zu erleichtern. Doch er will sie gar nicht vergessen und will nicht wahrhaben, dass sie gestorben ist. Er entreisst ihr also den Kelch, um sie am Leben zu erhalten. Er meint, mit seiner Liebe ihr Leben zurückgewinnen zu können, und man hat das Gefühl, dass er es auch wirklich geschafft hat, da eine leichte Röte in ihre blassen Wangen zurückkehrt. Doch der Schein trügt, das Mädchen bleibt tot und im letzten Vers wird dem lyrischen Ich diese Tatsache wieder schmerzlich bewusst.

Das Gedicht erinnert mich an „Winternacht“ von Gottfried Keller. Auch dort vermag der Ich-Erzähler die Nixe nicht zu retten, wie auch in Meyers Gedicht die Geliebte nicht ins Leben zurückgeholt werden kann. Auch der Ausspruch in Kellers Gedicht: „Ich vergess das dunkle Antlitz nie“ zeigt eine Ähnlichkeit mit Meyers Gedicht auf, denn dort entreisst er ihr ja den Kelch des Vergessens, weil er sie weder vergessen will noch kann.

In der letzten Strophe findet man ein Wechselspiel der Vokale „a“ und „o“, das durch den Kreuzreim hervorgerufen wird. Der dunkle Vokal „o“ verkörpert den Tod, der Vokal „a „ jedoch erscheint heller und symbolisiert hier das Leben. Durch die Abwechslung der beiden ergibt sich Kampf zwischen Leben und Tod, wobei der Tod am Schluss Oberhand gewinnt.

Worum es sich bei dieser Schar junger Menschen handelt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber ich denke, dass sie alle mit diesem Strom in die Unterwelt, also in den Tod gezogen werden, denn es ist die Rede von Kranzgenossen und davon, dass sie alle aus demselben Kelch trinken. Das zeigt doch, dass sie alle dasselbe Schicksal erleiden. Die Tatsache, dass das Mädchen tot ist, hinterlässt zwar eine grosse Leere beim Leser, aber am Schluss zählt doch auch das Lächeln auf ihren Lippen, welches bedeutet, dass sie, die sich seiner Liebe für sie bewusst ist, in Frieden gestorben ist.

Ursula Zollinger

Als Kind hatte ich immer Angst, meine Eltern würden sterben. Ich träumte es mindestens einmal in der Woche. Mitten in der Nach tappte ich dann zu ihnen ins Schlafzimmer, legte mich in den Graben zwischen ihren Betten und tastete immer wieder nach ihren Händen, um mich zu vergewissern, dass sie noch da waren. Diese Träume ängstigten mich so sehr, ich weiss heute noch, was darin vorkam: Ich küsste meine Eltern und im nächsten Moment stand ich schon mit meinen Geschwistern in der Kirche bei ihrer Beerdigung. Es war, als würden sie verschwinden – wie in Meyers Gedicht.

Schon der Titel vom Meyers Gedicht „Lethe“ (griechisch für „vergessen“) deutet auf die antike Mythologie hin. „Lethe“ heisst der Fluss im Hades, der Unterwelt und Oberwelt trennt. Dorthin gelangt. dem Glauben der alten Griechen zufolge, die Seele nach dem Tod des Körpers. Dieser Fluss entspringt der Wurzel einer weissen Zypresse, wo auch alle freigewordenen Seelen ankommen. Alle durstigen Seelen trinken von Lethe und vergessen dabei alle Erfahrungen des irdischen Lebens.

Meyer widmet Lethe ein ganzes Gedicht mit sieben Strophen in Kreuzreimen. Die erste Strophe beschwört das Bild eines einsamen Bootes auf dem Lethestrom herauf. Meyer visualisiert damit die Unterwelt der griechischen Mythologie. In der zweiten Strophe kommen die freigewordenen Seelen dazu: Knaben mit Lotoskränzen und schlanke Mädchen tummeln sich auf dem Boot. Auch das Wasser des Lethe wird erwähnt, die jungen Leute reichen eine Schale herum, aus der jeder und jede trinkt. In der dritten und vierten Strophe, so dünkt es mich, trifft der Ich-Erzähler auf seine eigene Seele, sieht machtlos zu, wie auch sie von der Flüssigkeit trinkt und sogar als Trinkspruch sagt: „Herz, ich trinke dir Vergessen zu“, was heisst, dass die Seele ihre irdischen Begegnungen für immer wegtrinkt. Plötzlich durchströmt den Erzähler in der vierten Strophe eine Welle von Tatendrang, er entreisst seiner Seele die Schale, wirft sie in die Flut – und muss in der fünften Strophe erkennen, dass es zu spät war. Seine Seele ist tot, die Erinnerungen verschwunden.

Erinnerungen sind das Einzige, was einem niemand wegnehmen kann. Deshalb sind sie meiner Meinung nach das Kostbarste auf der ganzen Welt. Keiner sollte seine Erinnerungen einfach „wegtrinken“, das wäre viel zu schade.

Catherine Wetzstein

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Vortragsübung

19. Mai 2009 1 Kommentar

Ich lege meine zittrigen Finger auf die Tasten und fange an zu spielen. Note für Note, Takt für Takt. Die Melodie des Cellos setzt zu ihrem Gesang an und langsam entspanne ich mich. Ich lausche den sanften Klängen, die aus dem wuchtigen Bauch des Flügels ertönen. Meine Finger heben sich gleichmässig, um sich darauf bestimmt auf die nächste Taste niederzulassen. Obwohl ich den Blick immer wieder auf die Doppelseite vor mir hefte, schaue ich die Noten nur unbewusst an. Ich kenne das Stück ja. Jedem Leitton folgt eine Auflösung. Noch bevor ich die Note anschlage, höre ich ihren Klang bereits. Es ist ein Spiel mit einem perfekten Drehbuch zwischen meinen Händen und dem Bogen, der die Seiten des Cellos streichelt.

Plötzlich straucheln meine Finger, sie gehorchen mir nicht mehr und gehen ihren eigenen Weg. Einen Weg, den ich so nicht kenne. Das monotone Schaukeln der Klänge weicht einem unkontrollierten Auf und Ab. Dem schweren Körper des Flügels entflieht ein harmonieloser Akkord, welcher mich endgültig aus meinem Trancezustand weckt. Mein Herz beginnt zu rasen. Krampfhaft suche ich die Stelle, an der ich mich verloren habe. Ich spüre, wie das altbekannte Zittern meine Finger übermannt und ich endgültig den Überblick verliere. Weder meine Finger gehorchen mir, noch ist es mir möglich die Noten zu entziffern. Die Schrift, der ich mich seit Jahren widme, ergibt plötzlich keinen Sinn mehr. Und obwohl ich mir so sicher war, jeden Takt zu kennen, sieht einer plötzlich aus wie der andere: Vier Gruppen, die aus jeweils vier Notenpäckchen bestehen. Verzweifelt versuche ich wenigsten der Basslinie zu folgen um meine Partnerin nicht zu verwirren. Doch wo einsetzen? Jede Note, die ich anschlage, stört die singende Obermelodie des Cellos und spannt meine blanken Nerven noch etwas mehr. Als ob mich die Musik für meine Unachtsamkeit bestrafen möchte, schmerzt jeder Ton die Ohren der Zuhörer. Ich spüre die mitleidigen Blicke. Langsam werden meine Handflächen feucht. Kleine Schweissperlen zieren meine Stirn und ich habe das ungute Gefühl, mich übergeben zu müssen. Die fortlaufende Melodie fordert meine ganze Konzentration. Ich versuche die Klänge, welchen ich schon so oft gelauscht habe, einzuordnen. Ich will sie in Zusammenhang mit diesem unverständlichen Wirrwarr von Noten, Längs- und Querstrichen bringen. Es will mir nicht gelingen. Obwohl es mich schon viel kostet, die Kontrolle über meinen von Adrenalin geplagten Körper zu gewinnen, schaffen es meine Gedanken noch, mich zu schelten. Mich daran zu erinnern, nicht genug geübt zu haben. Sie schaffen es, mich meiner tiefsten Angst auszuliefern, ihr Platz zu machen. Mein Kopf erlaubt es ihr, meinen Körper einzunehmen. Irgendwann gelingt mir ein Wiedereinstieg. Ich folge den Noten, lausche den Klängen. Doch es hört sich nicht gut an. Mein Körper will mir immer noch nicht gehorchen. Ich atme unregelmässig, kämpfe weiterhin gegen die Übelkeit. Klavier und Cello sind wieder Eins geworden, doch es ist kein Gesang mehr. Wie ein Mechanismus spielen die Klänge ihr Spiel.

Die letzte Taste hebt sich. Ich stehe auf, nehme das Doppelblatt und stelle mich vor den Flügel, dessen Grösse mir auf einmal unproportional und übertrieben erscheint. Ich verneige mich vor den bedauernden Gesichtern, lächle ihnen beschämt entgegen und verlasse den Saal. Kaum habe ich die Tür hinter mir, laufen mir Tränen über die Wangen. Ich habe versagt.

Lina Müller

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Mann und Tod

Gottfried Keller: Abendlied

Augen, meine lieben Fensterlein,
Gebt mir schon so lange holden Schein,
Lasset freundlich Bild um Bild herein:
Einmal werdet ihr verdunkelt sein!

Fallen einst die müden Lider zu,
Löscht ihr aus, dann hat die Seele Ruh;
Tastend streift sie ab die Wanderschuh,
Legt sich auch in ihre finstre Truh.

Noch zwei Fünklein sieht sie glimmend stehn
Wie zwei Sternlein, innerlich zu sehn,
Bis sie schwanken und dann auch vergehn,
Wie von eines Falters Flügelwehn.

Doch noch wandl ich auf dem Abendfeld,
Nur dem sinkenden Gestirn gesellt;
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält,
Von dem goldnen Überfluß der Welt!

Sarard Widmaier:
Das Gedicht „Abendlied“ wirkt auf mich etwas melancholisch. Es weckt das Bild eines alten, weisen Mannes, der eine wunderschöne Aussicht auf die weite Welt hat, diese in vollen Zügen geniesst, aber realistisch bleibt und weiss, dass das, was er sieht, nur so schön ist, weil es nicht dauert und er irgendwann sterben wird. Verstreicht bis zu diesem Irgendwann noch viel Zeit? Oder beschreibt dieses Gedicht die letzten Augenblicke im Leben dieses Mannes?

Mit einem sehr einfachen Reimschema (aaaa, bbbb, cccc, dddd) werden Leben und Tod aus dem „Blickwinkel“ der Augen beschrieben: Was sie noch sehen, bevor die Seele Ruhe findet und was der Mensch vom goldenen Überfluss der Welt noch mitbekommt. Die Metaphern sind bildhaft, ich kann mich gut in das lyrische Ich versetzen.

In der ersten Strophe ist von den Augen wie von zwei guten Kameraden die Rede, welche einen Tag für Tag durch das Leben begeleiten und dabei unbezahlbare Dienste leisten. Doch schon in der vierten Zeile wechselt der Autor von der sehr heiteren Beschreibung des Sehens zu einer düsteren Zukunftsaussicht: Einmal werdet ihr verdunkelt sein! Die nächsten zwei Strophen handeln dann vom Tod und damit vom Erlöschen der Sehkraft. Spannend ist, dass der Tod erst als eine Folgeerscheinung dieses Erlöschens eintritt. Erst wenn man nichts mehr sehen kann, hat die Seele Ruhe. Was mich verblüfft, ist, dass der Autor so präzise beschreibt, wie die letzten paar Atemzüge, die ein Mensch vor seinem Tod macht, durch dessen Augen wahrgenommen werden, als ob er dies schon einmal erlebt hätte. Das ist ein Widerspruch zur vierten Strophe, wo er fast trotzig verkündet: „Doch noch wandl ich auf dem Abendfeld“. Hier deute ich das Abendfeld und das sinkende Gestirn als einen Hinweis auf den bald eintretenden Tod des Mannes.

Ich glaube, dass dieser Mann, von dessen Eindrücken der Autor Gottfried Keller berichtet, spürt, dass seine Zeit gekommen ist und er sich noch ein letztes Mal in den Sinn ruft, wie dankbar er für die schönen Dinge, welche er während seines Lebens erleben und vor allem sehen durfte, sein muss. Dieses Gedicht ist eine wunderbare Beschreibung dessen, was im Leben wirklich wichtig ist, nämlich die Sinne, die wir haben, und dass wir nur „leben“, weil wir unser „Leben“ mit ihnen überhaupt erst wahrnehmen können. Man sollte die mit ihnen gewonnenen Eindrücke bis zu seinem Tod bewahren, und sie zu schätzen wissen, eben genau, weil sie nur von kurzer Dauer sind.

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Drei Frauen über Mann und Nixe

2. Mai 2009 1 Kommentar

Gottfried Keller: Winternacht

Nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt,
Still und blendend lag der weiße Schnee.
Nicht ein Wölklein hing am Sternenzelt,
Keine Welle schlug im starren See.

Aus der Tiefe stieg der Seebaum auf,
Bis sein Wipfel in dem Eis gefror;
An den Ästen klomm die Nix herauf,
Schaute durch das grüne Eis empor.

Auf dem dünnen Glase stand ich da,
Das die schwarze Tiefe von mir schied;
Dicht ich unter meinen Füßen sah
Ihre weiße Schönheit Glied um Glied.

Mit ersticktem Jammer tastet’ sie
An der harten Decke her und hin –
Ich vergeß das dunkle Antlitz nie,
Immer, immer liegt es mir im Sinn!

Anouck Aschmann:
Das Gedicht von Keller hat etwas Magisches und Mystisches an sich. „Nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt“ – bei diesem Satz erinnert man sich an die Tage, wo der erste Schnee gefallen ist und alle Geräusche der Welt verschluckt hat. Eine Stille, in der einen das Gefühl überkommt, dass man der einzige Mensch auf Erden sei. Der gefrorene See und die sternenklare Nacht lassen einen an einen weit entfernten Ort denken, frei vom Smog der Stadt. Das Bild der Nixe, das in der Tiefe des Sees zu erkennen ist, wirft die Frage auf: Ist alles nur ein Traum?

Die Anapher im ersten Vers des Gedichts, „nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt“, „nicht ein Wölklein hing am Sternenzelt“, unterstreicht die Stille und die Klarheit der Nacht. Die Stille wird auch durch „Keine Welle schlug im starren See“ betont. Die Wiederholung von „Eis“ lässt das Gefühl von Kälte stärker wirken. Das lyrische „Ich“ ist eine geheimnisvolle Person, die mitten in der Nacht, mutterseelenallein auf einem gefrorenen See steht. Dies strahlt Einsamkeit aus. Das „Grün“, mit dem das Eis beschrieben wird, wirkt giftig und unheimlich.

Die Wörter „herauf“ und „empor“ beschreiben, wie sehr die Nixe sich sehnt, durch das Eis an die Oberfläche zu gelangen. Auch der erstickte Jammer im letzten Vers deutet darauf hin. Der Gegensatz der schwarzen Tiefe und der weissen Schönheit zeigt den starken Kontrast zwischen der Nixe und dem dunklen Wasser des Sees. Die Nixe, die weisse Schönheit, könnte auch an eine Tote erinnern, eine Leiche, die langsam an die Oberfläche treibt. Den erstickten Jammer kurz vor ihrem Tod sieht man noch an ihrem Gesichtsausdruck. Die Wiederholung „immer, immer“ im letzten Satz des Gedichtes verleiht der Begegnung der unbekannten Person mit der Nixe eine Spur von Unendlichkeit.

Dieses Gedicht strahlt Mystik und Magie aus, welche durch eine unendliche Hilflosigkeit und Ohnmacht überschattet werden. Die Nixe, eine weisse Schönheit, ist gefangen unter einer Eisschicht, die nicht zu durchbrechen ist. Das lässt einen erschaudern. Die Gewissheit, dass die Nixe nie an die Oberfläche gelangt, beschreibt eine Beziehung, die nie zustande kommt. Dies zeigt eine negative Seite des Gedichts, die man erst erkennt, wenn man es auf sich wirken lässt. Es könnte sich um einen schönen Traum handeln, der sich am Schluss in einen Alptraum verwandelt, aus dem man mit einem Schreck erwacht. Das Gedicht ist fesselnd, geheimnisvoll und hinterlässt eine bittere Enttäuschung.

Anna-Magdalena Carl:
Kellers Gedicht Winternacht lässt mich schaudern. Bei den Schnee- und Eisschilderungen möchten mir die Hände abfrieren (und das Herz auch). Schon im ersten Satz erstarrt die ganze Welt: „Nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt“. Das Gedicht ist von kristallener Schönheit. Die ersten drei Strophen muten wie ein Wintermärchen an. In der letzten Strophe entpuppt sich der Märchentraum als Albtraum. Bereits in den ersten drei Strophen künden sich dunkle Vorboten an. Der See ist starr, der Baumwipfel gefriert im Eis, die Tiefe ist schwarz. Was will uns Keller damit sagen?

Alle Verben, ausser den letzten beiden, sind im Präteritum geschrieben. Das bringt eine unwiderrufliche, einmalige „Abgeschlossenheit“. Nur die letzten beiden Verse stehen im Präsens. Alles ist dem Dichter noch präsent. Die Versfüsse sind trochäisch. Sie fallen schwer – im Gegensatz zu den bewegten Jamben in Goethes Der Fischer In der ersten und letzten Strophe überwiegen die Vokale „e“ und „i“ (Eis!). In den mittleren Strophen, wo sich der Abgrund des dunklen Sees auftut, kommen die Vokale „o“ und „u“ vermehrt vor.

Ein immer wiederkehrendes Thema bei Gottfried Keller ist das Bild des lebendig Begrabenseins. Es begegnete mir bereits in der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe – Kinder begraben dort eine lebendige Fliege in einem Puppenkopf – und im Gedicht Lebendig begraben. Die Nixe in Kellers Wintergedicht ist unter dem Eis eingesperrt. Die Eisschicht ist dünn wie Glas, und trotzdem sieht der machtlose Mann (das lyrische Ich) keine Mittel und Möglichkeiten die Frau aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Mit einem Stein liesse sich das dünne Eis zerbrechen, oder der Mann könnte den Frühling abwarten, und „seine“ Nixe bekommen. Aber die Nixe bleibt ein Elementarwesen, und der Mann ein Mensch, und die Kluft zwischen beiden Welten ist unüberbrückbar. Es ist kein Zusammenkommen möglich, jedes bleibt für das andere unerreichbar. Gottfried Keller erlebte nie eine erfüllte Beziehung zu einer Frau. Seine Braut, eine Pianistin, nahm sich wenige Wochen nach der Verlobung das Leben.

Nachdem ich mich länger mit diesem Gedicht befasst habe, in Kellers Biografie gelesen, und mit anderen Menschen Gedanken ausgetauscht habe, hat sich mein erster Eindruck bestätigt. Tatsächlich liegt hinter dem erstarrten Bild eine traumatische Erfahrung. Ein letzter Blick zurück auf den Titel zeigt es ebenfalls: Der Winter ist ein Symbol für den Tod, die Nacht steht für die dunkeln Seiten der Biografie.

Aila Oberholzer:
Gottfried Kellers Gedicht „Winternacht“ wirkt auf mich sehr beklemmend, jedoch auch geheimnisvoll und irreal. Meine Frage ist, woraus sich dieses Empfinden ergibt.

Kellers Text malt Bilder von Kontrasten, zum einen die Stille am Anfang des Gedichts, in der nichts zu leben vermag, zum andern dann umso überraschender das Erscheinen der wunderschönen Nixe. Ein Gegensatz von Anfang und Ende ist ebenfalls in der Gestaltung der Vokale hörbar. Anders als am Schluss des Textes verwendet Keller zu Beginn sehr oft den Vokal „i“, dieser wirkt sehr scharf und durchdringend, fast so als wäre es der Vokal selbst, der anstelle der Wipfels aus dem Wasser aufsteigt.
Geheimnisvoll wirkt da auch die Tiefe, aus welcher der Seebaum auftaucht. Sie verkörpert das Ungewisse, die Spannung und die Neugier auf das, was sich sonst noch dort unten verstecken mag.
Die gleich darauf erscheinende Nixe wirkt realitätsfern. Auch die fast ausbleibende Reaktion des lyrischen Ichs scheint nicht verständlich und verunsichert. Der dunkle Vokal „o“ in „klomm“ ist eine ungewohnte Veränderung gegenüber dem hellen „i“. Er lässt den Leser Unheilvolles ahnen und schafft ein beklemmendes Gefühl.

Es stellt sich mir die Frage, warum und wie der gute Mann einfach so, ohne zu handeln oben auf der für ihn so dünnen Eisschicht weilen kann. Hat er denn kein Herz für die Nixe, die unter ihm in ersticktem Jammer hin und her irrt? Sie, für die das Eis so hart erscheint, fleht ihn doch mit ihren verzweifelten Bewegungen gerade zu an zu handeln. Meines Erachtens wäre es nur anständig, eine gefangene Schönheit zu befreien, und es missfällt mir sehr, lesen zu müssen, dass er dies nicht einmal in Erwägung zieht.
Das Gedicht wirkt für mich nicht mehr beklemmend, nein, ich bin richtig empört über den keineswegs männlichen Auftritt des lyrischen Ich. Ich finde es eine Frechheit, wie er es nach der ausbleibenden Befreiung auch noch wagt, in den letzten zwei Versen sich selbst zu bemitleiden. Das dunkle Antlitz liege immer in seinem Sinne, meint er. Ich frage mich da, warum er nicht wie ein echter Gentleman eine Befreiungsaktion vom Feinsten gestartet und die wunderschöne Nixe danach geheiratet hat. Möglicherweise wäre sie dann von ihrem dunklen Antlitz befreit, und er litte nicht an dem schrecklichen, aber selbstverschuldeten Trauma.

veröffentlicht von Hans-Martin Hüppi

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Obama: Das Inaugurationsgedicht

23. Januar 2009 Keine Kommentare

Auf Obamas Rede folgte das Inaugurationsgedicht. Ein Gedicht! Kann man sich vorstellen, dass Bundesrat Maurer sein Amt mit einem Gedicht angetreten hätte? „Amerika, du hast es besser…“ Über das Gedicht selber liesse sich streiten. Unbestritten dagegen Rang und Bedeutung der Dichterin Elizabeth Alexander. Von ihr das berühmt gewordene “The Venus Hottentot“ (1990). Kein eingängiger Text und gewiss nicht für Kinder. Diese Verfasserin um ein Inaugurationsgedicht zu bitten brauchte Mut.

„Hottentotten“ war der abschätzige Ausdruck der Europäer für die südafrikanischen Khoi-Völker. Von ihnen wurden einzelne Gruppen nach Europa gebracht und dort im Zoo wie wilde Tiere dem Publikum vorgeführt, unter ihnen die 21-jährige Sarah Baartman, wegen ihrer üppigen Formen „Hottentotten-Liebesgöttin“ genannt. Liebe wurde ihr allerdings keine zuteil. Sie starb nach einem Jahr „an den Folgen der Kälte des Pariser Winters“, fand aber keine Ruhe. Der Anatom Georges Cuvier vermass 1825 ihren Schädel und versuchte damit zu beweisen, dass Schwarze den Weissen unterlegen seien. Auch ihre Sexualorgane konservierte er und deutete an, dass schwarze Frauen mit Affen verkehrten. – All dieses Furchtbare schildert Elizabeth Alexander ganz gelassen. Cuvier mit seiner Wissenschaftsbegeisterung („Science, science, science!“) erscheint sympathisch, „alles ist schön“, die Anklage der Dichterin nur ganz leise, aber schneidend: Die präparierten Sexualorgane der Khoi-Frau stehen im Museum höher als das präparierte Gehirn des Hirnforschers Broca.

CUVIER
Science, science, science!
Everything is beautiful
blown up beneath my glass.
Colors dazzle insect wings.
A drop of water swirls
like marble. Ordinary
crumbs become stalactites
set in perfect angles
of geometry I’d thought
impossible. Few will
ever see what I see
through this microscope.
Cranial measurements
crowd my notebook pages,
and I am moving closer,
close to how these numbers
signify aspects of
national character.
Her genitalia
will float inside a labeled
pickling jar in the Musée
de l’Homme on a shelf
Above Broca’s brain:
“The Venus Hottentot.”
Elegant facts await me.
Small things in this world are mine.

Hans-Martin Hüppi

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Der Franzos im Ybrig

16. November 2008 2 Kommentare

Noch nie waren die Rollen in Thomas Hürlimanns „Der Franzos im Ybrig“ so passgenau besetzt wie nun in der Aufführung des Gymnasiums Unterstrass. Und nie war das Stück mit einer so witzigen und mitreissenden Bühnenmusik zu hören. Ein Glücksfall! Aber auch das Verdienst derer, die das Stück mit einem scharfen Blick für die Eigenart der Gestalten (und die ihrer Schülerinnen und Schüler) ausgewählt haben, das Verdienst der Regie, die diese Eigenarten ins hellste Licht zu stellen wusste. Darauf im Einzelnen einzugehen wäre verführerisch: Was verbindet den Foulon auf der Bühne mit seinem Darsteller in dessen wirklichem Leben? Oder den Orgel-Jakob mit dem Träger der Rolle? Oder die Toinette mit der Schauspielerin? Aber solche Fragen sind am Ende doch etwas heikel… Und gingen auch an Wesentlichem vorbei. Denn so sehr wie die Protagonisten trug der Chor zum Gelingen bei – mit so überzeugender Sicherheit, dass erst im Nachhinein klar wurde, wie anspruchsvoll die Sätze waren. Gleiches gilt auch für die Instrumentalisten, die neben einer Bühnenrolle oft noch einen herausfordernden musikalischen Part zu bewältigen hatten. Glänzend auch das Bühnenbild, das die Elemente des Stücks in zeichenhafter Knappheit zusammenfasste. Und schliesslich: Noch nie hat man in Unterstrass so vorzügliche Theaterfotos gesehen wie anlässlich dieser Aufführung. Ein Triumph der 137. Promotion! Und ein Triumph für Unterstrass!

Hans-Martin Hüppi

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ChagALL

18. Oktober 2008 3 Kommentare

Grecar, Mirjeta und ihre zehn Kameradinnen und Kameraden besuchen eine zürcherische Sekundarschule. Sie haben das Zeug fürs Gymnasium und ein Hochschulstudium. Aber ihre Eltern sind aus zwölf verschiedenen Ländern zugewandert. Das könnte für sie – wie viele wissenschaftliche Untersuchungen zeigen – ein hohes Hindernis werden. Nun bietet ihnen das Projekt des Gymnasiums Unterstrass „Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn“ (Akronym „ChagALL“) die nötige Hilfe. Während neun Monaten sollen sie fachlich und persönlich auf die gymnasialen Aufnahmeprüfungen vorbereitet und während der folgenden Probezeit wenn nötig unterstützt werden. Auch eine weitere Begleitung und Austauschrunden mit Kameradinnen und Kameraden sind geplant.

Programmleiter ist Stefan Marcec. Unterstützt wird das Projekt von einem Patronatskomitee: Dr. Ismail Amin, Präsident der Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ), Zürich, Irene Enderli, Gemeindepräsidentin, ehemalige Bildungsrätin, Affoltern a.A., Ron Halbright, Pädagoge, Ko-Präsident NCBI Schweiz, Thalwil, Maya Ingold, Stadträtin, Winterthur, Gerold Lauber, Stadtrat, Zürich, Elmar Ledergerber, Stadtpräsident, Zürich, Prof. Dr. Werner Kramer, Ehrenpräsident Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz GMS, Zürich, Susanna Mally Lemann, Präsidentin diverser Förderprojekte für unterprivilegierte Jugendliche in Brasilien; Rapperswil/Rio de Janeiro, Pearl Pedergnana, Stadträtin, Winterthur, und Hansjörg Weinmann, Dipl. Ing. ETH, Verwaltungsratspräsident KIBAG, Unterengstringen.

Die gemeinsame Arbeit wurde durch eine Begrüssungsfeier in den Räumen des Gymnasiums Unterstrass eröffnet (mit Musik von Alexander Rockstroh 139b), der Apéro mit Köstlichkeiten aus zwölf Ländern hat deutlich gemacht, wie sehr es in diesem Projekt um ein Geben und Nehmen von allen Seiten geht.

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Kommen aus Sarn die nächsten Stars?

30. September 2008 Keine Kommentare

Unterstrass hat zahlreiche Sterne und Sternchen am Theaterhimmel hervorgebracht:

76. Pr. Werner von Aesch. Gründer des Cabaret Rotstift (u.a. mit Heini Pfister 79 Pr.) Grossvater von Anna Christina 140. Pr.
83. Pr. Jörg Schneider, als Dialektschauspieler und Kindermärchenerzähler allgegenwärtig,
89. Pr. Heinz Lüthi. Cabaret Rotstift.
96. Pr. Jeannot Hunziker. Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge. Ecole Jacques Lecoq, Paris.
106. Pr. Peter Schelling, Tänzer und Choreograph. Seit 1987 mit Béatrice Jaccard, ab 1992 mit Massimo Bertinelli im Trio, seit 1998 als “compagnie drift“. 600 Aufführungen in 27 Ländern. Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2007, Auszeichnung der Schweiz. Autorengesellschaft 2003, Ehrengabe der Stadt Zürich 2002, Werkjahrbeitrag der Stadt Zürich 1987.
108. Pr. Ursula Grossenbacher, Gast am Theater Basel, in Esslingen und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, Festengagement in Braunschweig, ab 1995/96 Ensemblemitglied des Landestheaters Tübingen, ab 1997 des Staatstheaters Karlsruhe. Sittah in „Nathan der Weise“, Dorine, Zofe der Mariane, in „Tartuffe“.
108. Pr. Katharina Schneebeli
109. Pr. Edward Scheuzger, Potsdam. Schauspiel-Akademie Zürich.
110. Pr. Jacqueline Fritschi-Cornaz, “mahagi schauspiel studio”, Basel. Mitglied des Brandauer-Ingenuus-Ensembles. Stimmbildung bei Daniel Prieto/ Noah Pikes, Roy Hart Theater, Zürich/Paris, Merill Shea, Boston Conservatory. Nanette in „In der Bar zum Krokodil“, Jungbrunnen Theater. Mutter in “Holidays“, Kurzfilm, Jeannine Hegelbach, Kornett von Richthofen in Millöckers„Der Bettelstudent“, Regie Kurt Rösler.
111. Pr. Mathis Kramer-Länger. Primarlehrer, Theaterpädagoge. Schauspiel-Akademie Zürich, Dozent für Theaterpädagogik und Auftrittskompetenz an der Pädagogischen Hochschule Zürich, Forschungsschwerpunkt Ästhetische Bildung.
114. Pr. Johann Kaspar Aebli, London Contemporary Dance School, Programmgestalter am Zebrano-Theater, Berlin.
114. Pr. Fritz Bleuler, Schauspielschule in Paris, Wien, 1989 Bühnenreifeprüfung in Berlin. 52 Premieren in Bonn, Aachen, Köln, Berlin und Hamburg, Regisseur in Zürich (Millers Studio), Hamburg (Altonaer Theater) und Berlin („Die Möve“), Gewinner eines Audi-Design- Award und des Egon-Eiermann-Architekturpreises (Kassel), Autor von „Le soleil meurtrier“ und „Die Bagynski-Trilogie“, Kneipenwirt im „FritzNielsen“. Vater zweier Kinder, Kitty und Justin. Fritznielsen, Kurfürstendamm 129a, Berlin-Wilmersdorf
121. Pr. Samuel Kübler. Schauspielstudium an der Kunsthochschule Graz. Engagements am „Theater junge Generation“ Dresden, in Berlin, Potsdam, Erfurt, Basel/Münchenstein mit dem ex/ex-Theater, dem Theater Marie und der Band Schtärnefoifi..
125. Pr. Christian Jott Jenny, Tenor. Hochschule für Musik ‚Hanns Eisler’. Tony in ‚West Side Story’, Fatty in ‚Mahagonny’, Tommy in ‚Friendly Fire’ an der Neuköllner Oper in Berlin, ‚Tamino’ in Mozarts Zauberflöte am Neuen Theater Brandenburg. Schubert-Zyklen (Die schöne Müllerin, Winterreise).
125. Pr. Anna von Schrottenberg, Schauspielerin. Scuola Teatro Dimitri. Konservatorium Zürich (Gesang). Hochschule für Musik und Theater Rostock. Ensemblemitglied am Theater der Jungen Welt. „Despite Eisler“, Polyphenia, LC 05052, 2006
134. Pr. Matthias Schoch (bereits als Gymnasiast!) „Jeune homme“ im gleichnamigen Film von Christoph Schaub.

Kommen aus Sarn die nächten? Ich bin gespannt!

Hans-Martin Hüppi

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Zur Erinnerung an Béni Porret 120. Pr.

27. Juni 2008 Keine Kommentare

Bénis Grossvater und Urgrossvater, seine Tante, sein Onkel und sein Cousin waren Untersträssler. Ihn beschwerte das nicht; er blieb in seiner freundlichen und gelassenen Art ganz er selber. Nach der Ausbildung zum Gymnasiallehrer half er als hoch geschätzter Mitarbeiter bei der Krisenintervention Riesbach jungen Menschen aus ihren Schwierigkeiten. Sein Bild findet sich dort auf der Homepage. Am 25. Juni ist er während einer Operation an einem Herzstillstand gestorben.

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