Der Weg ist ihm einfach zu anstrengend geworden. Von Bubikon im öffentlichen Verkehr, mit starker Brille, Stock und einigen Behinderungen nach Zürich zu fahren – Matthias «This» Widmer hat sich durchgerungen, die Mitarbeit in unserer Küche
zu beenden.
Fast zehn Jahre lang war er bei uns. Fröhlich, kommunikativ, freundlich. Hat in der Küche Karotten geschält, am Mittag die warmen Teller gereicht und ab und zu den Pöstler ins Sekretariat gespielt. Das war übrigens sein Traumberuf, der immer ein Traum blieb (siehe: http://www.this-priis.ch/this-priis/brieftraegertraum1.php).
In der Behindertenwerkstatt, vor zwölf Jahren, hatte es ihm regelrecht ausgehängt. Sein Bruder fragte bei uns an. Küchenchef Max Oswald (auf dem Bild links) sagte spontan zu und nahm ihn für einen, später zwei Tage in sein Küchenteam auf. Nachfolger Peter Ryser war angetan von der Idee, und so konnte Matthias am Montag und Dienstag seinen Kollegen jeweils verkünden: «Ich gang uf Züri, ich han en Job.» Es war für uns wunderbar, ihn da zu haben. Für seine Familie war es der Anstoss dazu, nun regelmässig einen Preis auszuschreiben für Betriebe, die Behinderte in ihren Arbeitsprozess integrieren (www.this-priis.ch).
Jetzt will This es etwas ruhiger nehmen. Ein halbes Jahr hat er es sich reiflich überlegt. Aber es wurde für ihn immer klarer, dass die Reiserei für ihn zu anstrengend ist. Heute haben wir ihn bei Kaffee und Kuchen offiziell verabschiedet. «Seine» Küchenchefs waren da, «seine» Mitarbeiter Fetah und Pradhan, Herr Vogel, Frau Koller, Frau Lutz, seine beiden Brüder und Mentoren. Wir haben ihm eine Verdienst-Urkunde überreicht. «Die hänge ich auf», sagte er sofort.
Merci vielmals, Matthias – für alle tollen Begegnungen, für deine Fröhlichkeit und Offenheit, für die schönen gemeinsamen Jahre. Und von Herzen alles Gute.
Jürg Schoch