Adventsfeier 2009 – nach eindrücklichen Ateliers zu Westafrika (ein Lob der Prom. 139!) entstand auf dem Spaziergang durch das Quartier (super, Prom. 140) dieses Spontanbildli (gute Idee, Prom. 138!), bevor wir in der Kirche Unterstrass in einem wunderbaren Kurzkonzert noch einmal Bachs Weihnachtsoratorium kosteten (Danke A. Gohl und alle andern Beteiligten!!).
Schöne Ferien – J. Schoch
Als ich heute aus dem Schulhaus ging und so über den Platz marschierte, fiel mir auf, wie angenehm sauber es ist. Kaum eine Kippe, kein Papier. Kann sein, dass das an den Studienwochen liegt. Oder daran, dass Herr Surber unter kundiger Leitung von Hugo Schmid seit ein paar Wochen unser Gelände wunderbar im Schuss hält. Aber das allein erklärt es wohl ja nicht.
Vielmehr scheinen alle mitzumachen: Abfall in die Kübel, Kippen in die Aschenbecher. Sogar die späten Gäste aus dem Quartier ziehen mit. Herzlichen Dank an alle.
Ach nein, ein paar haben’s noch nicht begriffen: Die sechs oder sieben Stadtfüchse inkl. Welpen, die jede Nacht vorbeischauen, lassen ihren Dreck nach wie vor fallen, wo es ihnen gefällt. Es wird um schonendes Anhalten gebeten…
Ich gestehe es ja gern: Der erste Schottisch ging ganz bös daneben. Aber man spielt ja auch nicht jede Woche Hudigäggeler… und Herr Gohl kann ganz schön fordern in Sachen Tempo. Mit dem «Meglisalpstubetewalzer» ging es dann ja doch noch so richtig aufwärts.

Entstanden ist die Idee der Lehrerländlerkapelle übrigens während der Schülerschule. Weil wir ja auch in der Weiterbildung miteinander nicht nur denken, sondern auch ein bisschen musizieren wollten.
Ganz herzlichen Dank: Wir hatten ein wunderbar nachsichtiges Publikum. Stimmung super, Walzertanz zunehmend stilsicher, sogar die einen Jungs, wie das Bild beweist!

Mein Dank geht vor allem auch an Herrn Volkart und natürlich an Herrn Gohl. Und an Frau Bünger, die den Sportlehrer zum Tanzen gebracht hat ;-).

Ich wünsche den einen gute Prüfungsvorbereitungen, den andern tolle Begegnungen in Hamburg, den dritten ertragreiche Kulturerlebnisse in Wien – und allen vor allem eine unfallfreie Studienwoche.
Jürg Schoch


Schon gesehen ? Unter dem Titel «Nicht alle sind Gleich» macht sich M. Gimes im TagiMagi Nr. 21/ 2007 Gedanken zu den Aufnahmeprüfungen an Gymnasien (dasmagazin.ch/index.php/kommentar:_Nicht_alle_sind_Gleich). Und kommt zum Schluss, dass sie weder sozial noch liberal sind.
Seiner gescheiten Analyse ist eigentlich nichts beizufügen.
Höchstens dies: Gerade im Kanton Zürich sind sich Soziale und Liberale erstaunlicherweise seit je her einig: Wenn es um das (ja zugegebenermassen meist) berechtigte Anliegen geht, die Staatsschule zu schützen, reicht man sich über alle Parteigrenzen und Animositäten hinaus entschlossen die Hand. Denn der Feind ist ein gemeinsamer: Die sogenannt «privaten» Schulen. Auch wenn diese Schulen gerade mal konstante fünf Prozent Schüleranteil nachweisen.
Nur: Kein Monopolist, auch kein staatlicher, kann alle Bedürfnisse der Bevölkerung abdecken. Das geht bei den Liberalen konstant vergessen. Und nicht alle «privaten» Schulen sind nur für Reiche. Das blenden die Sozialen aus.
Solch unheilige Allianzen machen vor allem eine Sorte von nichtstaatlichen Schulen zu Verlierern: Diejenigen, die gemeinnützig arbeiten, für alle Kreise der Bevölkerung offen stehen und sich mit innovativen pädagogischen Ansätzen als Entwicklungslabors für die Staatsschulen verstehen.
Noch mehr aber verliert das gesamte Bildungswesen: Statt die Erfahrungen dieser alternativen Schulen zum Wohle aller Kinder zu nutzen, verdrängt man sie.
«Wieso braucht der Mensch ein Schönheitsideal ?» «Kann man Kriege vermeiden ?» «Schicksal, Zufall, gibt es das?» Diese und noch viel mehr Fragen von Schülerinnen und Schülern bilden den Ausgangspunkt für spannende Stunden in diesem neuen Fach. Es heisst ganz kurz «PPP». Themen wie «Entwicklung», «Das Schöne», «Sein und Zeit» sollen dort behandelt werden. Ein kleines Sozialpraktikum ist ebenso vorgesehen wie ein philosophisch-pädagogisch-psychologisches Wochenende. Erteilt wird das Fach von drei Lehrpersonen gemeinsam, je einer aus jeder der drei Fachrichtungen.
Der Haken an der Geschichte ? Die ganze Sache kommt erst für die Schüler/innen, die im August 2008 ins Gymnasium Unterstrass eintreten (Promotion 140 !). Sie können dann nach dem ersten Jahr wählen, ob sie Musik, BG oder PPP zum Schwerpunktfach machen. Wobei in Unterstrass natürlich weiterhin niemand um die Chorkonzert herumkommt. Und alle in den letzten zwei Jahren musische und gestalterische Ergänzungskurse belegen können.
Aber warum erst ab Sommer 2008 ? Weil die Bildungsdirektion und die Maturitätskommission das Ganze noch bewilligen müssen. Aber immerhin: Heute gingen die letzten Unterlagen zur Prüfung Richtung Mittelschulamt.
Ich danke den 3. und 4.Klässler/innen, die bei der Entwicklung mitgedacht haben; und ich danke S. Marcec, S. Binder, M. Stickelberger und S. Bosshard vom Kollegium für den grossen Einsatz bei der Ausarbeitung. Und H.M. Hüppi für kritisches Gegenlesen und viele wichtige Impulse und Verbesserungen.
Jürg Schoch
Gegen 1000 Zuhörerinnen und Zuhörer seien da gewesen, schätzte der Sigrist des Grossmünsters nach dem Konzert vom 1. April. Zusammen mit den beiden Aufführungen in Winterthur und Uster näherte sich die Gesamtzahl wohl dem Doppelten. Dimensionen, wie sie Unterstrass wohl noch nie erlebt hat.
Das gilt aber nicht nur für die Zahlen, sondern auch für die Qualität. Der Applaus der Solistinnen und Solisten Richtung Chor und Orchester war denn auch spontan und ehrlich gemeint. Die Altistin beim Abschied: «Ich unterrichte selbst in einem andern Kanton am grössten Gymnasium. An ein Konzert oder einen Chor mit diesem Niveau ist schlicht nicht zu denken.» Und Regierungsrat Markus Notter, der 90 Minuten aufmerksam zugehört hat, zeigte sich schon beim Aufmarsch des Chors fasziniert: «Eindrücklich», raunte er mir ins Ohr. Oder die erfahrene Primarlehrerin, die heute eigens angerufen hat. «Ich muss Ihnen einfach sagen, dass ich völlig überwältigt war. Ganz herzliche Gratulation.»
Nur bin ich ja wirklich der falsche Adressat für solches Lob: Darum gebe ich die Blumen gerne weiter. An alle im Chor, im Orchester, Schüler/innen, Lehrpersonen, musikalische Leitende, Zuzüger/innen. Merci vielmals !
Sonntagabend, nach dem Konzert. In der Bahnhofsunterführung in Winterthur lacht sich die Hälfte meiner Familie plötzlich ein Loch in den Bauch und zeigt auf mein wahlkampfmässig so wunderbar auf einem Plakat an der Wand posierendes Konterfei: Da ist doch tatsächlich von kunstfertiger Hand eine Zahnlücke drauf gemalt. Der Gedanke ist natürlich schnell präsent: 120 Gymnasiast/innen waren ein paar Stunden vorher zu ihrem Chorkonzert gepilgert, hatten dabei ein bekanntes Gesicht an öffentlicher (Plakat-)Stelle entdeckt und einer von ihnen (ich gehe davon aus: männlich) hatte sich erinnert, dass der abgebildete Herr ja vor zwei oder drei Jahren einmal handballmässig deutlich auf den Kopf gefallen war und dabei einen Schaufelzahn verloren hatte.
Ich habe die tiefere Symbolik des künstlerischen Aktes natürlich sofort erfasst: Lücken, Leerstellen, Unzulänglichkeiten gehören zum Leben, und wir sollen und dürfen alle ruhig dazu stehen. Auch in der Öffentlichkeit. Und gerade auch in der Politik, die ja vor Unzulänglichkeiten strotzt.
Beim Weiterdenken habe ich dann auch noch die versteckte bildungspolitische Aussage verstanden, die der Künstler den Passanten übermitteln wollte: Ein Zürcher Bildungswesen ohne anerkannte nichtstaatliche Schulen wie das Gymnasium Unterstrass wäre wie ein Gebiss ohne linken oberen Schaufelzahn, also unvollständig und mit zu wenig Biss.
Allerdings, so denke ich dann still für mich, ist das nicht allen Politikerinnen und Politikern im Kanton so klar, sonst würden sie die grosse Finanzierungslücke für diese Schulen nicht einfach systematisch und hartnäckig weiter bestehen lassen. Obwohl wir seit 1999 ja ein Mittelschulgesetz haben, das dem Kanton erlauben würde, für jede Schülerin und jeden Schüler bspw. am Gymnasium Unterstrass bis 7’000 Franken jährlich zu bezahlen.
Ja, ja, ich weiss: Das ist kaum das richtige Thema im Zusammenhang mit dem Motto «Im Schweisse deines Angesichtes sollst du…». Aber weil ich mit der Wochenmitte gerade so schön dran war, in Erinnerungen an die Pilotschulen im Thurgau zu schwelgen, war es ein kleiner Gedankensprung

zu jener Woche in Malta. Bildungsurlaub haben wir Lehrenden in Unterstrass schliesslich nur alle sechs Jahre. Und ich muss es gestehen: Gerade die Lektüre von Roth über die Gehirnforschung hat mir ganz schön den Schweiss ins Gesicht getrieben. Aber das war ja nur am Morgen. Am Nachmittag kam der Schweiss von der Sonne. Und die glänzenden Augen von den wunderbaren alten englischen Bussen, die man nur mit Doppelkuppeln zurückschalten kann. Mechanik pur eben. Na ja, ich gebe zu: Vielleicht nicht gerade ein nachhaltiges Thema für einen Wochenschluss. Aber in schönen Erinnerungen schwelgen und so Vorfreude auf die nächsten Sommerferien aufkommen lassen kann ja auch ein Dienst an der Menschheit sein. Oder liege ich damit falsch ?
Schönes Wochenende !